Brunnen
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Brunnen
in Auerbach

Das vorläufig letzte Glied
in der langen Kette
öffentlicher Brunnen
in der Stadt Auerbach
ist der Marktbrunnen.
Er wurde im Zuge der
Innenstadtsanierung
errichtet und im
September 2009
seiner Bestimmung
übergeben.

Der neue Brunnen ist
ein gut gelungenes Werk
des Künstlers Dominik Dengl
aus Malching am Inn, der 2007 auch
schon das Auerbacher Wappentier
am unteren Markt geschaffen hat.
Wie jener Ur ist auch dieser
Brunnenaufbau aus Bronze.
Eine Besonderheit sind
die sechs großen Blütenblätter,
die sich in einstellbaren Intervallen
öffnen und wieder schließen.

Während dieser Brunnen als „Kunstwerk mit viel Technik“ insbesondere der Verschönerung dient, hatten in vergangenen Jahrhunderten die Brunnen auch in der Stadt Auerbach die ungeheuer wichtige Aufgabe, den Menschen gutes und ausreichendes Trinkwasser zu liefern.
Bis vor gut 100 Jahren bildeten mehrere Brunnen einen großen Teil der Wasserversorgung von Auerbach.

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Wasser vom Zogenreuther Berg

Seit dem Jahr 1551 lief das am Zogenreuther Berg in fast 500 m Höhe aus mehreren Quellen sprudelnde Wasser im Gebiet Kessel  im freien Gefälle in die Stadt Auerbach herein. Der obere Marktplatz hat übrigens eine Meereshöhe von + 435 m NN.

Gespeist von dieser Wasserleitung aus Holz waren zunächst nur die öffentlichen Brunnen, die Tag und Nacht liefen.

 

Hauswasserleitungen gab es ja bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht. Erst ab dem Jahr 1897 wurden in Auerbach auch die einzelnen Häuser angeschlossen. Die Bewohner der Innenstadt versorgten sich bis dahin mit Trink- und Brauchwasser aus den vier Lauf- oder Röhrenbrunnen, deren Standorte in dieser Skizze eingezeichnet sind.

Die Bewohner außerhalb der Stadtmauer mussten sich anderweitig mit dem lebensnotwendigen Nass versorgen.
z.B. nutzte die ganze Untere Vorstadt früher den Spitalbrunnen. Josef Köstler schreibt über das Ende desselben: "Als Anhang will ich erzählen, wann u. warum der Spitalsbrunnen einging. - Neben dem Eingang in den Schulgarten (Anm.: hinter dem Bürgerspital war ein sog. Schulgarten) war ein Ziehbrunnen, der sehr tief und mindestens 500 Jahre alt war. Dieser Brunnen versah die ganze untere Vorstadt mit Trinkwasser.
Am Himmelfahrtstag d. J: 1879 (Anm.: Donnerstag, 22. Mai 1879) nachmittags war ich, Lehrer Köstler, im Schulgarten u. da mein kleines Töchterlein zu trinken verlangte, wollte ich am Brunnen Wasser holen. Es gelang mir aber nicht den Eimer heraufzuziehen; der Eimer schien unten von einer geheimnisvollen Hand festgehalten zu werden. Erst als der Spitalhausmeister Neubig mithalf, gelang es nach längerem Bemühen, den Eimer heraufzubringen. Aber zu unserem Entsetzen hing am Eimer der Leichnam eines ertrunkenen Soldaten, eines königl. bayr. Infanteristen. Es war der Botensohn Georg Trenz HsNr 288 (Anm.: heute Obere Vorstadt 27) v. Auerbach, der sich am Stephanstag (Anm.: 26. Dezember) des vorhergehenden Jahres aus Alteration (Anm.: geistige Verwirrung) in den Brunnen gestürzt hatte u. also etwa 21 Wochen im Wasser lag.
Der Leichenfund erregte großen Auflauf u. wer von dem Brunnenwasser getrunken hatte, empfand tiefen Ekel; viele mussten sich erbrechen, manche wurden ernsthaft krank. Die Spitalpfründner aber benützten die Gunst des Augenblicks u. holten sich aus der Apotheke zur Kur ganze Flaschen voll Spirituosen. - Der Brunnen aber wurde von Polizei geschlossen u. nicht mehr geöffnet. Seit 1897 wurde er ganz u. gar zugeschüttet und zu einem Waschhaus umgestaltet.“ (Köstler Band V, Seite 402f)

Das 1948 bezogene Caritasheim (heute St. Hedwig), sowie rechts das Bürgerspital Auerbach mit der um 1900 über dem uralten Spitalbrunnen erbauten Waschküche im früheren Schulgarten. Dazwischen spitzt das Türmchen der Spitalkirche St. Katharina heraus.

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Franz Schubert (1797-1828)
Am Brunnen vor dem Tore (Der Lindenbaum)

letzte Bearbeitung dieses Artikels am 21. April 2026

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