Wasserversorgung
der Stadt Auerbach
Die
Aufnahme von Wasser ist ein
grundlegendes Bedürfnis und lebensnotwendig für Mensch und Tier. Der
menschliche Körper
besteht ja
(je nach Alter) zu etwa 60 % aus Wasser, gibt in 24 Stunden rund 2,5 Liter davon
ab und muss natürlich auch wieder so viel „nachfüllen“, damit er nicht „austrocknet“.
Das Wasser hat verschiedene Aufgaben
im Körper, z.B. dient es als Lösungs- und Transportmittel, regelt die Körpertemperatur,
ist Baustein zahlreicher chemischer Verbindungen und notwendiges Dielektrikum
und hält den osmotischen
Zelldruck aufrecht.
Menschen können bis zu 40 Tage ohne
feste Nahrung auskommen, aber je nach Außentemperatur höchstens drei bis vier
Tage ohne
Wasser.
Zusammen mit Sauerstoff und Licht bildet Wasser die Grundlage menschlichen
Lebens.
Natürlich spielt auch die Körperpflege und Reinigung von Gebrauchsgegenständen
mit Wasser seit alters eine Rolle. Nicht vergessen darf man die Bedeutung des
Wassers zum Bekämpfen von Bränden. Irgendwann lernte der Mensch auch, das
Wasser für sich arbeiten zu lassen; so entstanden z.B. Mühlen
und Hammerwerke.
Aus den genannten Gründen - um ihren Wasserbedarf
zu decken - siedelten deshalb die Menschen in alten Zeiten bevorzugt fast immer
in der Nähe von Gewässern oder Quellen, die in früheren Zeiten nahezu immer Trinkwasserqualität
hatten. Sprachen andere Standortfaktoren, wie z.B. vorhandene und leicht
gewinnbare Bodenschätze oder ein erhöhter und dadurch sicherer Platz, für
eine Siedlung abseits von vorhandenem Wasser, dann war der Brunnenbau eine Möglichkeit,
an das notwendige Nass zu kommen.


Wie
war das nun bei uns in Auerbach?
Wasser
vom Zogenreuther Berg
Seit dem Jahr 1551 lief das am Zogenreuther Berg in fast 500 m Höhe aus
mehreren Quellen sprudelnde Wasser im Gebiet
Kessel im freien Gefälle in die Stadt Auerbach
herein. Der obere Marktplatz hat übrigens eine Meereshöhe von + 435 m NN.

Gespeist
von dieser Wasserleitung aus Holz waren zunächst nur die öffentlichen Brunnen, die Tag
und Nacht liefen.
Hauswasserleitungen
gab es ja bis zu Beginn
des 20. Jahrhunderts nicht. Erst ab dem Jahr 1897 wurden in Auerbach auch die
einzelnen Häuser angeschlossen.
Die Bewohner der Innenstadt
versorgten sich bis dahin mit Trink-
und Brauchwasser aus den vier Lauf- oder Röhrenbrunnen, deren Standorte
in dieser Skizze eingezeichnet sind.

Teile dieser alten Versorgungsleitung fand man 1968 bei der Kanalisation der
Pfarrstraße. Das längste der mehr oder weniger durch Zufall gefundenen Holzrohre
maß etwa 4,75 m. Die Bohrung, durch die einst das Wasser floss, hatte eine
lichte Weite von ca. 90 mm, und der äußere Durchmesser der Föhrenstämme betrug
ungefähr 240 mm. Außen waren die Röhren mit einer Art Pech umgeben; zum
Zusammenschließen hatte man Metallmuffen benutzt. Zur Wartung dieser alten
Wasserleitung hatte die Stadt einen Stadtmeister auf- und angestellt.
Da die hölzernen Rohre öfter ausgewechselt und erneuert werden mussten, hielt
man neben dem Rathaus aufgestapelt einen größeren Vorrat davon bereit.
Als während des Dreißigjährigen Krieges 1633 der kaiserliche Reitergeneral
Johann von Werth nach Auerbach kam, ließ er listigerweise aus den hölzernen
Brunnenrohren riesige Kanonen bilden und aufstellen, die echten
täuschend ähnlich gesehen haben sollen und die Schweden veranlassten, sich
zurückzuziehen.

Eine Alternative der Wasserversorgung zu den öffentlichen Brunnen bildete z.B.
auch der Bachteil, der kurz nach der Pfarrei- und Markterhebung 1144 bei der
Neumühle vom Speckbach abgezweigt wurde.
Dort floss er bis zur Kanalisierung derselben anno 1964 in einem offenen Gerinne
entlang der Häuser zur Stadtseite hin. Er versorgte die Anwohner mit dem
lebensnotwendigen Nass, ermöglichte den Betrieb der öffentlichen
Badehäuser, diente auch als Löschwasser, und trieb die
Schloss- und Kaudlmühle an.
Der Bach versorgte anfangs auch das 1921 von der Stadt an die Bürgerbräu
verkaufte Brauhaus mit seinem Wasser. Dabei galt

Am 31. Dezember 1988 schloss die Bürgerbräu Auerbach.

Die Bewohner Auerbachs außerhalb der
Stadtmauer mussten sich sowieso über
Jahrhunderte anderweitig mit dem
notwendigen Nass versorgen.
z.B. nutzte die ganze Untere Vorstadt früher den Spitalbrunnen.
Josef Köstler schreibt über das Ende desselben: "Als
Anhang will ich erzählen, wann u. warum der Spitalsbrunnen einging. - Neben dem
Eingang in den Schulgarten (Anm.: hinter dem Bürgerspital war ein sog.
Schulgarten) war ein Ziehbrunnen, der sehr tief und mindestens 500 Jahre
alt war. Dieser Brunnen versah die ganze untere Vorstadt mit Trinkwasser.
Am Himmelfahrtstag d. J: 1879 (Anm.: Donnerstag, 22. Mai 1879) nachmittags war
ich, Lehrer Köstler, im Schulgarten u. da mein kleines Töchterlein zu trinken
verlangte, wollte ich am Brunnen Wasser holen. Es gelang mir aber nicht den
Eimer heraufzuziehen; der Eimer schien unten von einer geheimnisvollen Hand
festgehalten zu werden. Erst als der Spitalhausmeister Neubig mithalf,
gelang es nach längerem Bemühen, den Eimer heraufzubringen. Aber zu unserem
Entsetzen hing am Eimer der Leichnam eines ertrunkenen Soldaten, eines königl.
bayr. Infanteristen. Es war der Botensohn Georg Trenz HsNr 288 (Anm.:
heute Obere Vorstadt 27) v. Auerbach, der sich am Stephanstag (Anm.: 26.
Dezember) des vorhergehenden Jahres aus Alteration (Anm.: geistige
Verwirrung) in den Brunnen gestürzt hatte u. also etwa 21 Wochen im Wasser lag.
Der Leichenfund erregte großen Auflauf u. wer von dem Brunnenwasser getrunken
hatte, empfand tiefen Ekel; viele mussten sich erbrechen, manche wurden
ernsthaft krank. Die Spitalpfründner aber benützten die Gunst des Augenblicks u.
holten sich aus der Apotheke zur Kur ganze Flaschen voll Spirituosen. - Der
Brunnen aber wurde von Polizei geschlossen u. nicht mehr geöffnet. Seit 1897
wurde er ganz u. gar zugeschüttet und zu einem Waschhaus umgestaltet.“ (Köstler
Band V, Seite 402f)

Das 1948 bezogene Caritasheim (heute
St. Hedwig), sowie rechts das
Bürgerspital Auerbach mit der um 1900 über dem uralten
Spitalbrunnen erbauten Waschküche im früheren Schulgarten.
Dazwischen spitzt das Türmchen der Spitalkirche
St. Katharina heraus.

Erst ab dem Jahr 1897 wurden in Auerbach, wie gesagt, auch
die einzelnen Häuser angeschlossen.


Über mir leihweise zur
Verfügung gestellte
Fotos und Informationen über
die Wasserversorgung von Auerbach
würde ich mich sehr freuen, denn ...
... daran arbeite ich gerade.

Bitte etwas Geduld.
