Exmoor
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"Gestatten:
Sam,  Exmoor-Pony
im Naturschutz-
gebiet  Auerbach!"

Nach dem allgemein bedauerten Abzug der Przewalski - Urwildpferde im Frühjahr 2004 ist es dem LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.) als Eigentümer des Naturschutzgebietes "Grubenfelder Leonie" im März 2006 gelungen, zwei der ebenfalls sehr seltenen Exmoor-Ponys hier in Auerbach auf dem ehemaligen Bergbaugelände anzusiedeln. Diese gelten als die letzten echten Nachfahren der eiszeitlichen Urponys und ihre Zahl soll weltweit nur mehr rund 800 Tiere betragen.
Die hochträchtige Stute Whinnetelly kam aus der Gegend von Freyhung-Grafenau und hat im April 2006 ein Fohlen zur Welt gebracht. Ihr neuer Partner Sam kam aus dem schwäbischen Donaueschingen hierher.

Mutter und Kind
sind wohlauf - 
und gerade noch
rechtzeitig
vor Ostern 2006
im NSG Auerbach
angekommen!

Das Exmoor-Pony
„stammt ursprünglich aus dem Exmoor im Süd-Westen Englands. Das Gebiet südlich des Bristol Channel ist heute ein Nationalpark. Es ist eine sehr hüglige, oft nicht bewirtschaftbare Landschaft, in der in weiten Teilen Ginster, Heide und Büsche vorherrschen. Hier konnten einige Exmoor-Pony-Herden nahezu wild überleben, was diesem Gebiet ein Flair von Freiheit verleiht.“ Es sollen heute ca. 150 Tiere frei dort leben. „Exmoor-Ponys zählen zu den wenigen richtigen Wildpferden, da es nicht, wie viele Pferde in anderen frei lebende Herden ausgewilderte Hauspferde sind, sondern sie sich dort seit Jahrtausenden ohne menschliche Eingriffe vermehrten.“ (Quelle)

Aussehen
„Auf den ersten Blick fällt der kurze kräftige Rücken dieser Ponys auf, sowie die runde, sehr muskulöse Hinterhand, die die Ponys extrem steile Hänge rasch erklimmen lässt und auf der sie genauso rasch hinunter rutschen können. (Die Ponys rutschen tatsächlich auf ihrem Hinterteil sehr steile Hänge hinunter!) Ein weiteres Merkmal ist die breite Brust, die ein größeres Lungenvolumen gestattet, und der weite Rumpfumfang, der Platz für lange Därme schafft, um die notwendigen Mengen an kargem Futter zu verdauen.

Um über steiniges und/oder sumpfiges Gelände wandern und notfalls auch fliehen zu können, sind nicht nur harte widerstandsfähige Hufe unverzichtbar, sondern auch starke Muskeln an Schultern und Hinterhand. Die relativ kurzen Beine erlauben die nötige Bodennähe, so dass Hindernisse und Unebenheiten geschickt gemeistert werden. Die starken Gelenke und dicken Röhrbeine zeugen von Stabilität und hohem Stehvermögen, auch und gerade auf schräg abfallendem Gelände und steilen Hängen.“ (Quelle)
Mit 120-130 cm Körperhöhe („Stockmaß“) sind die Tiere relativ klein. Diese "geringe Körpergröße sorgt dafür, dass die Ponys nicht so leicht entdeckt werden können und sich besser in den zahlreichen Einbuchtungen und Mulden des Exmoor verstecken können." (Deutsche Exmoor-Pony-Gesellschaft e.V.)

„Die zwei Schichten
des Winterfells
(Foto März 2009)
sorgen dafür, dass
die Ponys nie unterkühlen,
egal bei welcher Witterung.
Die untere Schicht
ist sehr dicht und
lässt die Wärme
nicht nach außen dringen.

Sie ist sehr fettig und somit wasserabweisend. Das Deckhaar dagegen leitet den Regen ab, und ist bei Schnee so undurchlässig, dass die Außentemperatur beibehalten wird und der Schnee auf dem Deckhaar liegen bleibt, ohne zu schmelzen, und somit nicht in die untere Schicht gelangt.“ (Quelle)

Lebensweise
„Das Exmoorpony wurde durch das Leben in schwierigem Gelände geprägt. In den Mooren Großbritanniens hätte eine Flucht bei Gefahr den Tod bedeuten können; das Exmoor neigt daher nicht zu übermäßigem Scheuen und bleibt in gefährlich erscheinenden Situationen meist ruhig und besonnen. Dennoch zeichnet sich die Rasse durch eine ausgesprochene Schnelligkeit und Wendigkeit aus. Exmoors sind intelligent und freundlich. Wie die meisten Ponyrassen langweilen sie sich aber auch schnell und denken sich dann eigene Beschäftigungen aus.“ (Quelle)

"Sag mal,
kennst Du
einen guten Friseur
in der Nähe?
Ich muss mir
meinen Pony
mal wieder
schneiden lassen."
(Foto April 2009)

Exmoorponys gelten als außerordentlich zäh und widerstandsfähig, ausdauernd, agil und sehr reaktionsfähig.
„Typisch für Exmoor-Ponys sind zwar lange, weiche und fließende Bewegungen, aber niemals eine zu hohe oder übertriebene Bewegungsaktion. Die flache Gangweise wirkt sich sehr positiv auf die Trittsicherheit der Ponys aus, da überwiegend Gestrüpp das Exmoor bedeckt und dieses sozusagen von den Hufen gestreift und dann nieder gedrückt wird. Durch das Streifen wird der Boden nach Steinen und ähnlichem abgetastet und die Ponys treten somit nicht "ins Dunkle". Wäre die Bewegung zu flach, würden sich die Hufe im Gestrüpp verfangen, was bei einer Flucht tödlich enden könnte.“ (Quelle)

"Und auf dem nächsten Foto sehen Sie meine Familie 2006 hier in Auerbach. Unter uns: Er ist gar nicht mein richtiger Papa.

Aber besuchen Sie uns doch einmal hier im Naturschutzgebiet in Auerbach! Inzwischen (Foto 2009) sind wir auf fünf Exmoors angewachsen und schon eine richtige kleine Herde geworden ...

... und für ein paar Äpfel kommen wir ganz nah an den Zaun."

„Das Exmoorpony ist heute eine absolute Seltenheit und zählt zu den Primitivrassen der Pferdeartigen, da es noch sehr viele urtümliche Merkmale besitzt, die nie vom Menschen durch züchterische Auslese beeinflusst wurden. Beim Exmoorpony handelt es sich um einen direkten Nachfahren des westeuropäischen eiszeitlichen Wildpferdes, was … belegt ist.“ (Quelle)

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) bietet Führungen durch das Naturschutzgebiet an. (Tel. 09154 946684)

letzte Bearbeitung dieses Artikels am 21. Juni 2009

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