Kastenamt
Home Nach oben

 

 

 

 

 

 


 

 

 

Kastenamt - Rentamt - Finanzamt

Lange bevor Auerbach im Jahre 1314 zur Stadt erhoben wurde, bestand hier schon ein Kastenamt, wahrscheinlich schon seit der Marktgründung 1144. Der Mann, der diesem Amt vorstand, war ein Beamter, der für seinen Landesherrn die Gilten oder Steuern einzunehmen und sozusagen vor Ort das Finanzwesen für ihn zu besorgen hatte. Da die Abgaben früher praktisch in Naturalien, also mit Getreide, Käse, Eiern, Honig usw. zu begleichen waren, brauchte man als Lagerstätte Platz, z.B. einen Stadel. Zu einem solchen Gebäude sagte man damals auch Kasten, weshalb der betreffende Verwalter eben den Namen Kastner erhielt.

Das erste Kastenamtsgebäude in Auerbach

Der Kastner von Auerbach wohnte und arbeitete bis 1613 im Haus Nr. 182, (heute Schlosshof 1). (Foto aus 1, Seite 113)

Joseph Köstler schreibt über das heute besser als Alte Münze bekannte Gebäude: „Dieses interessante Haus hat eine reiche Geschichte und könnte viel erzählen von Krieg und Frieden, von Liebe und Haß. Gar oft hat dort der Storch seine kleinen Gaben abgesetzt, und der Sensenmann hat sich aus diesem Haus schon hundertfache Beute geholt. Über die kalte, ausgetretene Hausschwelle sprang schon manch fröhliche Kinderschar und manche glückliche Braut tanzte im geräumigen Saal des III. Stockwerks den frohen Hochzeitsreigen. Jahrhundertlang legten hier die Bauern der Umgegend die Früchte ihrer Arbeit. auf den Altar des Vaterlandes.“ (2, Band VII, Seite 123 ff)


Zehntabgabe, Holzschnitt 1447

Als Kaiser Karl IV. (reg. 1347-1378) im Jahre 1374 das prächtige Schloss errichten ließ, das im Jahre 1788 leider wegen Baufälligkeit einstürzte und nicht wieder aufgebaut wurde, wählte er als Standort dafür den großen Platz beim Kastenamt, heute Schlosshof. Im Parterre hatte das Kastnerhaus einen großen gewölbten Raum, in dem das als Zehnt angelieferte Getreide, Schmalz usw. vorerst gelagert werden konnte, bis es kontrolliert und verbucht war. Sodann wurde es vom Kastenknecht mit einem Karren in den nahegelegenen Amtskasten gebracht, einen Stadel zwischen den Häusern 184 und 185 (heute Bachgasse 1), bzw. in den Keller dieses Gebäudes. Amtskasten und Amtskeller wurden auch Hofstadl und Hofkeller genannt.

horizontal rule

Alte Münze heißt das mittelalterliche Kastenamtsgebäude (Schlosshof 1) deshalb, weil der Sohn und Nachfolger von Kaiser Karl IV., nämlich König Wenzel von Böhmen, hier ab ca. 1390 eine Münzwerkstatt betrieb. In dieser Münze wurden u.a. die berühmten Auerbacher Pfennige geprägt, von denen ein Original in unsere wertvolle Bürgermeisteramtskette eingearbeitet ist. Diese stiftete 1964 zur 650-Jahrfeier der Stadterhebung der damalige Ehrenbürger Adolf Friedrich vom Endt

horizontal rule

An diesem Artikel arbeite ich noch.
Bitte haben Sie etwas Geduld.
Für Informationen zum Thema
bin ich sehr dankbar!

horizontal rule

verwendete und weiterführende Quellen

1 Kugler, Hans-Jürgen, Auerbach in der Oberpfalz - Die Geschichte seiner Häuser und Familien, Auerbach 2010
2 Köstler, Joseph, Chronik der Stadt Auerbach, 27 handgeschriebene Bände, verfasst etwa 1905 bis 1925, Lagerort Archiv der Stadt Auerbach
  Schnelbögl, Fritz, Auerbach in der Oberpfalz, Auerbach 1976

horizontal rule

letzte Bearbeitung dieses Artikels am 5. März 2026

Wer soll das bezahlen ...

horizontal rule

Wenn Sie
Kontakt mit mir aufnehmen möchten,
können Sie mich hier erreichen
oder telefonisch unter 09643 683.

 Home Nach oben