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Marian Neumüller
Aus
der Ehe des Johann Adam Neumüller (man findet auch die Schreibweise Neumiller)
mit Anna Katharina Winkler gingen drei weitere Sohne hervor, von denen Joseph
Friedrich (1766-1831) den elterlichen Betrieb übernahm.
Hoch über dem Regen liegt das 1118, also 1 Jahr vor Michelfeld, gegründete, ehemalige Benediktinerkloster Reichenbach mit seiner doppeltürmigen Kirche Maria Himmelfahrt. Einige Jahre nach der Auflösung des Stifts (1803) richteten die Barmherzigen Brüder Ende des 19. Jahrhunderts (1890) eine Heil- und Pflegeanstalt für geistig und körperlich Behinderte ein. Heute ist in den weitläufigen Gebäuden auch eine Fachschule für Heilerziehungspflege untergebracht.
Die Zeit, als Marian Neumüller 1801 Abt von Reichenbach wurde, war alles andere als rosig, insbesondere für die Klöster und die Kirche allgemein im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. In seiner letzten Sitzung am 25. Februar 1803 in Regensburg verabschiedete schließlich der "Immerwährende Reichstag" den so genannten Reichsdeputationshauptschluss (eigentlich Hauptschluss, das ist der Abschlussbericht, einer außerordentlichen Reichsdeputation).
Die dadurch ausgelöste Säkularisation und die anschließende Mediatisierung veränderten das Reich völlig.
"Nach den Koalitionskriegen zwischen dem revolutionären Frankreich und den anderen europäischen Mächten (1791-1797, 1798-1801) war die Annexion linksrheinischer deutscher Gebiete durch Frankreich im Frieden von Lunéville 1801 völkerrechtlich bestätigt worden. Zur Ausarbeitung einer Entschädigungsregelung für die von der Abtretung betroffenen Reichsfürsten setzte der Reichstag 1801 einen Ausschuss (Deputation) ein, dessen Vorschlag er 1803 akzeptierte. Für ihre verlorenen Gebiete erhielten die früheren Eigentümer, im Wesentlichen Österreich und Preußen sowie die mittleren Landesherrschaften Bayern, Württemberg, Hannover, Hessen und Sachsen, rechtsrheinische Territorien. Diese wurden durch die Einziehung der meisten katholischen Gebiete (Säkularisation) und die Aufhebung der Reichsunmittelbarkeit von 41 freien Reichsstädten (Mediatisierung) gewonnen. Zugleich erhielten die Fürsten von Salzburg, Württemberg, Baden und Hessen-Kassel die Kurfürstenwürde der erloschenen linksrheinischen Kurfürstentümer Köln, Trier und Kurpfalz." (Quelle) Noch im Jahre 1803 wurden z.B. die Klöster Michelfeld und Speinshart aufgelöst. Auch für Reichenbach am Regen und seinen Abt Marian Neumüller kam das Aus. Er blieb zunächst noch mit einigen anderen der 16 Patres im Kloster zurück, zog aber schon bald nach Amberg. Dort starb er am 27. April 1832. Er liegt bei der Katharinenkirche begraben. Die Grabplatte von Abt Marian befindet sich neben der von Maximilian Prechtl, dem letzten Abt von Michelfeld, in der Außenwand der Kirche auf dem Katharinenfriedhof in Amberg.
Johann
Nepomuk Neumüller, SJ
Von diesem am 18. Mai 1753 geborenen jüngeren Bruder
des Marian "besitzen wir eine Auswahl seiner Schriften, die der nachmals
berühmt gewordene Theologe Johann Michael Sailer
herausgab. Das
Buch trägt den Titel „Laute aus dem Leben eines Edeln,
Neumillers Freunden gewidmet“, es erschien 1789. Sailer würdigte in dem 272
Seiten fassenden Bändchen auch das Leben und die Persönlichkeit Neumüllers."
(1, Seite 183)
Der bekannte Johann Michael Sailer (1751-1832), der ab 1829 Bischof von Regensburg war, schätzte an seinem Freund Johann Nepomuk Neumüller neben dessen Gelehrtheit den „nichts übereilenden, ruhigen Ernst, seine scharftreffenden Urteile, den Schwung seiner Seele und den lebhaften Enthusiasmus, mit dem er alles, was schön, wahr und gut ist und bleibt, umfasste“. (1, Seite 183)
verwendete und weiterführende Literatur
letzte Bearbeitung dieses Artikels am 5. Juni 2026 |