In
die kirchliche Liturgie des Karfreitags fand das Hl. Grab schon sehr früh
Eingang. Zum Schluss der gottesdienstlichen Feier dieses Tages wurde das Kreuz
in einer grabartigen Höhle am Hoch- oder einem Seitenaltar niedergelegt. Die
restlichen konsekrierten Hostien "begrub" man mit dem Kreuz. Dieser
Brauch führte vielerorts zur Entstehung der Hostienhöhle im Korpus des
Kruzifixus bzw. eines verschließbaren Kästchens im Sockel des Grabaufbaus.
Die Jesuiten (SJ)
entwickelten dann etwa seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts den Brauch,
die verhüllte Monstranz im oder auf dem Heiligen Grab auszusetzen. Weil die
Grabesruhe Jesu der Tradition nach auf 40 Stunden berechnet wurde - von
Karfreitag 15 Uhr bis Ostersonntag 7 Uhr ergeben sich 9 + 24 + 7 = 40 Stunden -
, entwickelte sich am hl. Grab das
Vierzigstündige
Gebet, das von der jeweiligen Bischofskirche dann auf jede Pfarrkirche übertragen
wurde und sich dort als Ewiges Gebet oder wie wir heute noch sagen
Ewige Anbetung fortsetzte. (nach 2)

Liturgie
heute
Die Liturgie hat sich - nicht nur in puncto Anbetung und Heiliges Grab -
geändert. "Gemäß der römischen liturgischen Ordnung ist eine
Eucharistische Anbetung für den Gründonnerstag, nicht aber für Karfreitag und
Karsamstag vorgesehen. Und auch am Gründonnerstag ist keine eucharistische
Aussetzung zulässig, sondern nur die Anbetung des im Tabernakel verschlossenen
Allerheiligsten." (4)
So heißt es heute beim Gründonnerstag: "Das Sakrament wird in den
Tabernakel gestellt und dieser wird geschlossen. Eine Aussetzung mit der
Monstranz ist nicht zulässig. Der Aufbewahrungsort soll nicht die Form des
'heiligen Grabes' haben; man meide auch den Ausdruck 'Heiliges Grab': der
Aufbewahrungsort ist nicht dazu da, das Begräbnis des Herrn darzustellen,
sondern um das eucharistische Brot für die Kommunion am Karfreitag
aufzubewahren. Den Gläubigen soll nahegelegt werden, nach der Messe des Gründonnerstags
eine nächtliche Anbetung in der Kirche vor dem Allerheiligsten zu halten. Dabei
kann ein Teil des Johannesevangeliums (Kap. 13-17) gelesen werden. Diese
Anbetung soll aber nach Mitternacht ohne jede Feierlichkeit sein, da der Tag des
Leidens des Herrn dann schon angefangen hat." (Kongregation für den
Gottesdienst, Rundschreiben "Über die Feier von Ostern und ihre
Vorbereitung" v. 16.01.1988, Nr. 55f) (4)
Und beim Karfreitag steht:
"Nach
der Feier wird der Altar abgedeckt ... In der Kirche kann ein Ort für das Kreuz
vorgesehen werden (z.B. die Kapelle, wo am Gründonnerstag das Allerheiligste
ausgesetzt war), wo die Gläubigen es verehren und wo sie still davor beten können"
(Kongregation für den Gottesdienst, Rundschreiben "Über die Feier von
Ostern und ihre Vorbereitung" v. 16.01.1988, Nr. 71).
"Wo es üblich ist, zieht der Bischof mit dem Klerus und jenen, die einen
besonderen liturgischen Dienst ausüben, zum 'Heiligen Grab'. Nach örtlichem
Brauch kann dabei das Kreuz oder eine Statue mitgetragen werden. Das
Allerheiligste darf jedoch nicht im 'Heiligen Grab' ausgesetzt werden. Danach
verlassen alle schweigend die Kirche." (Zeremoniale für die Bischöfe,
1998, Nr. 331). (4)

Das Heilige Grab, seit etwa 70 Jahren in der
Friedhofskirche
Die Tradition, ein Hl. Grab aufzubauen, reicht wie aufgezeigt auch in der
Pfarrei Auerbach sehr weit zurück. Nachdem Mitte der sechziger Jahre die
Liturgie der katholischen Kirche an den Kartagen erneuert wurde, verlor das
Heilige Grab am Karfreitag an Bedeutung.
Als schließlich durch den Neubau der Christuskirche
in Auerbach (Einweihung am 16. Mai 1954) die bis dahin von der
evangelisch-lutherischen Gemeinde genutzte Friedhofskirche St. Helena frei
geworden war, verlegte der damalige Stadtpfarrer Johann Ritter
(1899-1986; in Auerbach 1938-1986) bald darauf das Heilige Grab dorthin.
So wie auf dem Foto von 2006 (ganz oben) bauen tatkräftige Männer
der Pfarrei unter Federführung des jeweiligen Mesners das
Heilige Grab nun
schon seit einem guten halben Jahrhundert jeweils zum Karfreitag in der
Friedhofskirche St. Helena auf. Die Grabkulisse wurde dabei mehrmals überarbeitet
und ausgebessert.
Die nahezu lebensgroße Figur (ca. 140 cm) des toten Christus
ist schon älteren Datums und aus einer Art Holzgussmasse. Sie strahlt immer noch
eine geheimnisvolle Würde aus, und das Consummatum est (Es ist
vollbracht) weist auf Jesu Erlösungswerk hin, dessen Vollendung die
Auferstehung an Ostern
ist.



Gedenkstätten
Im umliegenden Auerbacher Friedhof und andernorts befinden
sich mehrere Gedenkstätten an Opfer von Krieg und Terror.
Das alte Kriegerdenkmal auf dem Kirchplatz
Im
Jahre 1895 errichtete der Kriegerverein Auerbach für die Gefallenen des Krieges
1870/71 auf dem südlichen Kirchplatz ein Kriegerdenkmal, das von
Steinmetz Küffner in Bayreuth angefertigt wurde und die stolze Summe
von 800 Mark kostete.

Links und rechts waren früher Treppenaufgänge von der Pfarrstraße aus zum Ölberg
des Kirchplatzes, der übrigens bis auf einen kleinen Umgriff um die Pfarrkirche
der Stadt gehört. Hier war früher der Friedhof. Nach einer
Pestepidemie 1349 verlegte man diesen dann vor die Tore der Stadt an
seinen heutigen Platz.
Bei der Neu- und Umgestaltung des Kirchplatzes
Ende der siebziger/Anfang der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde dieses
ansprechende Denkmal abgebaut. Lediglich die Platten mit den Namen usw. sind in
der Kriegerkapelle auf dem Auerbacher Friedhof zu sehen.
Kriegerdenkmal
im Friedhof Auerbach von 1957
Das
Kriegerdenkmal auf dem Auerbacher Friedhof mit den Namen von 91 Gefallenen des
ersten und 491 des zweiten Weltkrieges wurde im Herbst 1957 eingeweiht. Den
größten Teil der dafür anfallenden Kosten übernahm damals
Adolf Friedrich vom Endt (1893-1973).
Dessen Sohn Werner Dietrich (1922-45) war zusammen mit einigen anderen deutschen
Landsern am 22. April 1945 in der Nähe der Teufelskirche (Bernreuther Straße)
von US-Soldaten erschossen worden. Er ist in der Kriegsgräberanlage bestattet,
genauso wie seine Mutter Aenne vom Endt
(1899-1961).

An der Einweihung des Kriegerdenkmals am 22.9.1957 beteiligten sich viele Leute.
Zahlreiche Vereine legten auch Kränze nieder, wie auf dem Foto der damalige 1.
Vorsitzende des Männergesangvereins Georg Frohnhöfer.


Bei der Renovierung des Auerbacher Friedhofs in den letzten Jahren wurden die
Gedenkstätten zusammengefasst. (Foto R. Weber, Herbst
2025)


verwendete
und weiterführende Quellen