14. Jahrhundert
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Die Alte Stadtschreiberei

Mittelpunkt und Kern des 1144 durch die Umsiedlung der Michelfelder entstandenen Marktfleckens Auerbach war zweifelsohne die im selben Jahr anlässlich der Pfarreierhebung auf einem noch heute erkennbaren Hügel erbaute hölzerne Pfarrkirche, die den Apostel Jakobus als Patron hatte.

Von dieser ersten romanischen Pfarrkirche
aus dem Jahre 1144 sind natürlich keine Bilder überliefert.
Der Auerbacher Chronist Joseph Köstler
war jedoch durch sein intensives Quellenstudium
davon überzeugt, dass sie etwa so ausgesehen haben muss.
Er ließ deshalb vor rund 100 Jahren
diese Federzeichnung anfertigen.

Rund um diese zentrale Erhebung gruppierten sich schnell die Häuser, wuchs die Marktgemeinde. Dieser markante Gotteshausbezirk hatte durch etwa zwei Jahrhunderte derart in der Gedankenwelt der „Marktbürger“ Fuß gefasst, dass nach der Stadterhebung anno 1314 selbstverständlich auch das Rathaus an dieser hervorragenden Stelle erbaut werden musste. Es war dies die um 1315 errichtete und knapp sieben Jahrhunderte später (1971) abgerissene „Alte Stadtschreiberei“ (Hausnummer 79, heute Oberer Marktplatz 11).

Als das Häuschen zwischen der Stadtschreiberei Nr. 79
und Anwesen Nr. 80 einfiel, baute die Stadt
an der markierten Stelle anno 1600
einen Kuhstall für den Schulmeister
der Lateinschule, und darüber
einen Abort für die Schüler. "Des Sängers
Höflichkeit verbietet es, den Zustand
dieser Orte zu schildern, er war
zu jeder Zeit grauenhaft ..." (1, Seite 296 f)

Die Errichtung des heute am Platz des ersten Rathauses der Stadt (Nr. 79) stehende Haus (Oberer Marktplatz 11) durch einen Auerbacher Bürger wurde in der letzten Sitzung des Jahres 1994 im Stadtrat mit Mehrheit genehmigt. Voraus ging eine lebhafte Diskussion, bei der die frühere Geschlossenheit des Marktplatzes dem nunmehr freien Blick zum Gottvaterberg gegenübergestellt wurde.

Seinen Namen bekam das Gebäude,
weil über viele Jahre
die Auerbacher Stadtschreiber
darin Amtslokal und Wohnung hatten.
In einem Salbuch der Kirchenstiftung
von 1583 wird es noch als
Altes Rathaus bezeichnet.

Im Erdgeschoß der „Alten Stadtschreiberei“, dem ersten Rathaus unserer Stadt, waren im Laufe der Jahrhunderte u.a. Kaufläden, ein Goldschmied, die städtische Freibank und ein Kuhstall für den lateinischen Schulmeister untergebracht. Vor dem Gebäude zum Marktplatz hin stand einst der Pranger oder die Schandsäule, wohin Verleumder, Diebe und andere Verbrecher zur abschreckenden Schau gestellt wurden.

Zur Stadterhebung 1314
und sicher etwa zeitgleich mit diesem ersten Rathaus
errichteten unsere Vorfahren auch
eine neue steinerne Pfarrkirche,
deren Patron bis heute der hl. Johannes der Täufer ist.

Das erste Rathaus Auerbachs stand wohl zumindest teilweise auf kirchlichem Grund, denn Pfalzgraf Johann entschied zu Beginn des 15. Jahrhunderts, dass deshalb künftig die Pfarrei die Mietzinsen der Läden erhalten sollte. (nach 2, Seite 51)

Zusammen mit der "Büttelei" (später auch "alte Post" genannt) rechts schloss das erste gotische Rathaus der Stadt (links) in imposanter Weise den Marktplatz nach Osten zur mächtigen Pfarrkirche hin ab. (Detail einer Ansichtskarte)

Dieses Foto (aus 3, Seite 263)
zeigt die Baulücke 1972,
also kurz nach dem Abbruch
der Alten Stadtschreiberei.
Fast ein Viertel Jahrhundert danach
wurde das jetzige Gebäude
Oberer Markplatz 11
an diesem Platz errichtet,
und die Baulücke wieder geschlossen.

verwendete Quellen

1 Köstler, Joseph, Chronik der Stadt Auerbach, Band XVI, Auerbach 1915
2 Schnelbögl, Fritz, Auerbach in der Oberpfalz, Auerbach 1976
3 Kugler, Hans Jürgen, Auerbach in der Oberpfalz - Die Geschichte seiner Häuser und Familien, Band 1, Auerbach 2008

letzte Bearbeitung dieses Artikels am 23. August 2012

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