Pfannmühle
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Die ehemalige Pfannmühle

Weiter speckbachabwärts in Richtung Stadt Auerbach folgte nach der Rohrmühle, der Ortschaft Degelsdorf und der Schleifmühle nun die Pfannmühle. (BayernAtlas)
Die älteste schriftliche Nachricht über dieses alte Mühlenanwesen stammt wohl aus der Zeit um 1480 aus einem Auerbacher Salbuch: „Pfannmülner doselbst ein halb gut, ...“ (SA Amberg, Standbuch 239 fol. 30) Man kann aber davon ausgehen, dass diese Mühle schon viel früher existierte.
Laut einem Vertrag vom „Montag nachm Sontag Letare“, dem 5. April 1546, verkauften Hannß Rüeppel und andere an ihren Bruder und Schwager Sebastian Bernhardt ihr Erbrecht „an und uf der Pfanna Mühl“. (Amt Auerbach, fol. 186 Nr. 3178) „Dieser Mann scheint 1597 noch gelebt zu haben“, schreibt Köstler in Band XIX, S. 313 f, „denn laut Bericht des Landrichters wurde 1597 Bastian Bernhard mit 2 fl Strafe belegt, weil bei der Mühlvisitation die Mühle unreinlich, der Boden nicht versperrt und das Getreide und Mehl mit Füßen vertreten war“. Die Gewerbeaufsicht hat also schon damals funktioniert!
1630 findet sich in einem Steuerregister des Amtes Auerbach folgender Eintrag: „Pfannmihl. Christoph Thurn, Müller aldort. Ein Mill, so ein Mundtguet, dem Landtght grundtbahr, so sehr paufellig, angeschlagen pro 600 fl“. (Standbuch 1223 fol. 76) Zu dieser Zeit stand die Pfannmühle also unter dem Schutz des Landgerichts Auerbach, war  diesem auf Mundgüter, d.h. auf die im Anwesen erzeugten Lebensmittel, abgabepflichtig. Weiter heißt es, dass die Pannmühle zu dieser Zeit recht baufällig war und mit 600 Gulden veranschlagt wurde.
Der damalige 30-jährige Krieg wird sicher mit zu diesem schlechten Zustand beigetragen haben, denn kriegerische Horden zogen immer wieder durch unsere Gegend. Doch der übernächste Besitzer Jakob Grüner brachte das Anwesen wohl bald wieder in Ordnung, denn er richtete um 1652 ja auch die niedergebrannte benachbarte Schleifmühle wieder her.
Durch Heirat der Witwe des Johann Grüner kam 1720 Hans Georg Neumüller von der Burgstallmühle in den Besitz der Pfannmühle. Doch schon 1755 kam der Name Grüner zurück und blieb bis 1806 dort erhalten, als Wilhelm Siegert aus Eschenbach die Margareta Grüner heiratete.
1812 wird das Anwesen in einem Steuerkataster wie folgt beschrieben: „Der 3/8 Pfannmühlhof ... Ein gemauertes Wohnhaus ... mit Stallung und hölzernem Stadl ... Die reale Mühlgerechtigkeit mit 2 Mahlgängen nebst Schneidseeg gehört zum Gute". (RA Auerbach 10 F. 47)

Der Gatter des Sägewerks
Pfannmühle war noch
bis kurz vor der Ablösung (1977)
des alten Anwesens in Betrieb.
(Foto Archiv S. Kohl)

1870 heiratete Georg Kraus von Oberfrankenohe (im heutigen Truppenübungsplatz Grafenwöhr) auf die Pfannmühle. Er war ein sehr tüchtiger und angesehener Mann und lange Zeit Bürgermeister von Degelsdorf. Seine Enkeltochter Anna Maria ehelichte 1927 den Bauernsohn Georg Erhard Kohl aus Zeltenreuth, deren Tochter Babette mit ihrem Ehemann Josef Lindner von der Weidlwanger Mühle ab 1950 das Anwesen besaß.

Josef Lindner
starb bereits 5 Jahre
nach der Übernahme
der Pfannmühle.
(Sterbebild aus dem
Archiv Hans Winter,
Rauhenstein)

Als der Regensburger Künstler
Erwin Schöppl 1941 im Auftrag von
Georg Müller ("Strumfpwirker")
dieses Bild für die Pinzigbergkapelle
malte, wohnte er auf der Pfannmühle.
Zum Dank für die Gastfreundschaft
hinterließ er ein anderes Bild,
das noch heute im Besitz
von Sigmund Kohl,
einem Nachfahren der Pfannmüller, ist.
(Archiv M. Müller)

1977 wurde die Pfannmühle an die Maxhütte verkauft und musste wenig später dem Eisenerzbergbau weichen, der dann allerdings schon 10 Jahre später beendet wurde.
Überreste der 1952 neu errichteten Sägewerkshalle wurden 1984 zum Neubau des Degelsdorfer Schützenheimes, insbesondere des Schießstandes im hinteren Teil des Gebäudes, verwendet.

Es zogen drei Burschen ...
Text Uhland, Ludwig (1787-1862)
Melodie Silcher, Friedrich (1789-1860)

letzte Bearbeitung dieses Artikels am 17. Juni 2014

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