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Die Pfarrei Hopfenohe Hopfenohe (Ansicht um 1905) war rund ein Jahrtausend eine bedeutende Pfarrei, was sich auch darin ausdrückte, dass man nur von „Der Pfarr“ sprach, und jedermann wusste, dass damit eben Hopfenohe gemeint war. Zum Kirchsprengel Hopfenohe gehörten die Orte Hopfenohe, Eibenstock, Fronhof, Nunkas, Kaundorf, Sommerhau, Unter-, Ober- und Schloßfrankenohe, Kotzmanns, Portenreuth, Wolframs und Zeltenreuth; auch die Filialkirche Dornbach mit Beilenstein, Meilendorf, Pinzig, Rohrmühle und Zogenreuth zählte dazu. Die Matrikel der Pfarrei Hopfenohe und ihres Sprengels liegen in Bamberg, auch digital.
Die Ursprünge dieser großen Pfarrei Hopfenohe reichen sehr weit zurück, wenn
auch der Zeitpunkt der Erhebung zur „Pfarrei“ nicht genau feststellbar ist.
Wohl schon im 9. Jahrhundert gab es im Ort eine Burg und darin bestimmt auch
eine Kapelle mit einem „Burgkaplan“.
Eine neue Turmuhr mit einem Durchmesser von 1,40 m wurde 1882 durch Wohltäter von einer Münchner Uhrenfabrik angeschafft.
Namensregister der Pfarrei Hopfenohe von Josef Kiening
Die Pfarrer von Hopfenohe Der früheste namentlich bekannte Pfarrer von
Hopfenohe ist 1308 Ebo von Paris. (nach 1, Seite 99) Während der
Reformationszeit war auch Hopfenohe lutherisch bzw. kalvinisch. Letzter
katholischer Pfarrer war Johann Schenker, der 1529 Hopfenohe verlassen musste.
Erst ein knappes Jahrhundert später kam, wie schon gesagt, 1626 mit Georg
Molitor wieder ein katholischer Pfarrer nach Hopfenohe. Er war erst im gleichen
Jahr Kaplan in Auerbach unter Pfarrer Ulrich Faulmüller, dessen Bild im
Chorraum der Spitalkirche hängt, geworden.
Beim Abbruch der Nebengebäude stieß man auf gewaltige Fundamentreste, die zur alten Burg bzw. zum ehemaligen Schloss gehört hatten. (nach 3, Seite 129)
In der Pfarrei Hopfenohe gab es auch eine Marianische Jungfrauen-Kongregation. In diese wurde 1916 Magdalena Lederer aus Zogenreuth vom damaligen Pfarrer Montag aufgenommen. Die Zogenreuther gehörten ja zur Pfarrei Hopfenohe, und gingen dort auch zur Schule.
Georg Geißler war 1926 bis 1933 Pfarrer in Hopfenohe. Er war ein sehr mutiger Mann und trat gegen den aufkommenden Nationalsozialismus öffentlich von der Kanzel auf.
Dieser Eintrag in einem alten "Notizen-Buch der Schule Hopfenohe" (4) berichtet über Pfarrer Georg Geißler, seinem Kampf gegen den Nationalsozialismus und die Folgen für ihn: der streitbare Pfarrer wurde vier Wochen eingesperrt.
Kircheneinrichtung
von Hopfenohe Die barocken Holzschnitzereien an Hochaltar und Kanzel sowie die Statuen der Kirchenpatrone Petrus und Paulus fertigte um 1720 der Auerbacher Bildhauer Johann Michael Doser. Das Bild des „letzten Abendmahles“ für den Hochaltar stammte vom Auerbacher Maler Thomas Wild.
1934
ließ der letzte Hopfenoher Pfarrer Johann Ritter (1938-1986 Stadtpfarrer in
Auerbach) die Kirche gründlich renovieren. Er hoffte dadurch, die für die
Erweiterung des Truppenübungsplatzes geplante Ablösung der Ortschaft zu
umgehen. Aber auch die Renovierungsmaßnahme mit einem Kostenaufwand von ca.
38.000 Reichsmark konnte das Aus für die uralte Gemeinde nicht verhindern. In
seinem Pfarrbrief vom Mai 1963 schrieb Pfarrer Ritter zurückblickend u. a. über
seine ehemalige Pfarrei Hopfenohe: „Es war für mich eine ideale Pfarrei,
deren Gläubige nicht nur fast vollständig in die Kirche gingen, sondern auch
kirchlich gesinnt waren und willig das Wort ihres Pfarrers hörten. ... Es war für
mich eine der schwersten Stunden meines Lebens, als ich das Allerheiligste aus
der Kirche in Dornbach und Hopfenohe entfernen mußte, die kurz vorher unter so
großen Opfern und mit so großer Liebe der Leute erbaut worden war.“
Die Hopfenoher Schule Bis
in die Mitte des 16. Jahrhunderts gab es nur in den Klöstern und in einigen Städten
Schulen, in Auerbach z.B. seit 1144 die berühmte „Lateinschule“. Erst unter
Churfürst Ottheinrich (1556-59) wurden „deutsche Schulen“, auch auf dem
Lande, eingeführt. Träger des Schulwesens waren damals die Pfarreien,
Inspektoren die Pfarrer größerer Orte wie z.B. Auerbach. Um Kosten zu sparen,
machten viele Pfarreien das Mesnerhaus zur Schule und ernannten den Mesner zum
Lehrer; so war es auch in Hopfenohe.
Joseph Köstler (1849-1925), selbst Lehrer, resümiert über die Hopfenoher Schulverhältnisse: „Seit Urzeiten war in Hopfenohe der schlechte Schulbesuch herkömmlich und blieb es bis ca. 1874. Dagegen flossen die freiwilligen Gaben sehr reichlich. Die Schlachtschüsseln brachten dem Lehrer im Winter eine Unzahl von Würsten und 2 bis 4 Zentner Fleisch ins Haus, im Sommer gab es andere Viktualien, besonders zahlreich aber die schmalzgebackenen Kirchweihnudeln oder Küchlein. ... 1904/06 wurde das Schulhaus umgebaut, um die im ganzen Hause herrschende Feuchtigkeit zu beseitigen, die leidlichen Wohnverhältnisse zu verbessern und eine bessere Beleuchtung des Schulzimmers zu schaffen. Es wurden die Viehställe aus dem Hause entfernt ... .“ (5, Band XXV, Seite 78)
Erst als 1886 auch in Unterfrankenohe eine eigene Schule eröffnet wurde, sank die Schülerzahl von ca. 130 auf etwa 55. Das Aus auch für die Schule in Hopfenohe Wie die Pfarrei so wurde auch die Schule in Hopfenohe im Zuge der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr aufgelöst. Dies ist der letzte Eintrag im "Notizen-Buch der Schule Hopfenohe". (4)
verwendete und weiterführende Quellen
letzte Bearbeitung dieses Artikels von mir am 17. Januar 2026
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