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Die Pfarrer
von St. Johannes der Täufer
in Auerbach


Im Priestergrab auf dem Auerbacher Friedhof haben
zahlreiche Priester der Pfarrei ihre letzte Ruhestätte

Die Namen der ersten Pfarrer von Auerbach sind nicht exakt überliefert; manche Quellen nen­nen Henricus, Udalrich, Hartung und Chunrad; ihre Fa­miliennamen bzw. ihre Herkunft ist nicht bekannt. Erst ab dem Jahre 1288 sind die Amtsinhaber urkundlich genauer belegt und in der folgenden Zusammenstellung aufgeführt.

1288 Henricus, pastor ecclesiae in Awrbach
1300
Herman von Hartenstein, pastor ecclesiae in Awrbach
Er war Adeliger und zugleich Inhaber der neuerrichteten Pfarrei Gunzendorf; 1328 wurde er auch Domherr in Regensburg.
1314 Stadterhebung durch Ludwig den Bayern; kurz darauf, 1319, Bau einer neuen Pfarrkirche aus Stein
1335
Johannes, rector ecclesiae in Awrbac
In seine Amtszeit fielen eine größere Pestepidemie (1349), ein Erdbeben und eine Heuschreckenplage.
1349 soll der heutige Friedhof angelegt worden sein, da der Platz um die Pfarrkirche nicht mehr ausreichte.
1352
Wolfhart der Wolfersteiner, khirchherr zw Awrbach
Er war zuvor Geheimschreiber von Kurfürst Rudolf II.
1360
Erhard (oder Echard), Pfarrer bzw. Vicarier in Auerbach
1360 soll die erste Friedhofskirche erbaut worden sein.
Am 17. Mai 1362 wurde die Pfarrei Auerbach dem Kloster Michelfeld inkorporiert, d.h., alle Einkünfte fielen dem Kloster zu; der Abt hatte dafür einen dauernden Vikar zu besolden.
1373
Johannes von Gubein, ständiger Pfarrvikar
Um 1374 Stiftung der Frauenmesse. (s. Messbenefizien)
Im Oktober 1380 wurde anlässlich des Besuchs von Kardinal Pileus in Auerbach die Engelmesse gestiftet.
1384 wurde die Spitalkirche geweiht, wohl zu gleicher Zeit das Benefizium der Spitalmesse eingerichtet.
1407
Conrad Diemar, Pfarrherr in Auerbach
1410 wurden die bisherigen Naturalabgaben der Pfarrei vom Rat abgelöst, die Kirchenpfleger ("Gotteshauspfleger") konnten dafür von den Bürgern einen bestimmten Geldbetrag einnehmen.
1412 Neubau des Pfarrhofes mit Bibliothek und und einer schützenden Ringmauer. Zugleich stiftete der Pfarrer eine tägliche feierliche Abendandacht "auf ewige Zeiten".
Unter Pfarrer Diemar gab es einen heftigen Streit zwischen Pfarrei und Stadt, den Pfalzgraf Johann 1418 in einem Brief schlichtete. Im gleichen Jahr wurde auch das Auerbacher Rathaus neu errichtet.
1427 stiftete Peter Peßler das 5. Messbenefizium.
1430 großer Hussiteneinfall in Auerbach; die Schutzmauer bewährte sich zwar, Schäden an der Kirche konnten jedoch nicht vermieden werden.
1434
Dr. Friedrich Hemerlein, Pfarrherr zu Auerbach
1435 stiftete der Magistrat das Benefizium der Prädikatur.
1439
Hermanus Pozlinger oder Pötzlinger, Pfarrer zu Auerbach
Er war in Bayreuth geboren, hatte an der Universität Wien studiert und wirkte nach seiner Auerbacher Zeit im Kloster St. Emmeram in Regensburg. Pötzlinger starb 1469.
Von Bedeutung ist sein musikalisches Wirken, mit dem sich noch heute Hochschulen befassen, z.B. die in Nottingham
Ab 1441 wurde der jetzige Kirchturm in Auerbach gebaut.
1450
Johann Drussel (oder Driesel), regierer der Pfarrkirchen zu Auerbach
1450 Bestätigung der Salve-Regina-Stiftung: jeden Abend sollte "auf ewige Zeiten" am Frauenaltar das Salve Regina mit angehängtem Gaude Virgo Maria gesungen werden.
1498
Nicolaus Trautenberger, Pfarrer in Auerbach
Hans Stromer (ein Verwandter des berühmten Dr. Heinrich Stromer) und andere stifteten 1498 die Michaelismesse.
1500
Michael Kraus, Pfarrer bei St. Johann in Auerbach
1501 erteilte der päpstliche Gesandte Kardinal Raimund, und 1518 Erzbischof Albert von Mainz jeweils einen Ablass für diejenigen, welche zur Reparatur bzw. Ausgestaltung der Auerbacher Pfarrkirche einen Beitrag leisteten. Unter Pfarrer Kraus wurde wahrscheinlich die Pfarrkirche umgebaut und büßte dabei ihren romanischen Charakters ein.
1518 bestand in der Pfarrkirche eine Sebastians-Bruderschaft und eine Gilde zur Verehrung der hl. Jungfrau Maria.
1536
Kaspar Schäunpühler, Pfarrer in Auerbach
Er war der zunächst letzte katholisch geweihte Stadtpfarrer, der aber dann zum Luthertum überwechselte und bis 1549 in Auerbach tätig war.

Für die nunmehr folgende lutherische bzw. calvinische Zeit sind folgende Stadtpfarrer überliefert:
1549
Simon Malzkasten, lutherischer Stadtpfarrer
Er stammte aus Schwandorf, hatte an der Universität Wittenberg studiert und kam von Weiden nach Auerbach. Einer seiner drei Söhne war Spitalpfarrer in Auerbach.
1590
Emanuel Stengel, Magister
Er war ein gebürtiger Eschenbacher und hatte zunächst ebenfalls an der lutherischen Universität Wittenberg studiert, dann aber ans calvinische Pädagogium nach Amberg gewechselt; Stengel war 1588-90 Pfarrer in Michelfeld, ehe er calvinischer Stadtpfarrer in Auerbach wurde.
1619
Friedrich Salmuth, calvinischer Stadtpfarrer
Er stammte aus Dresden, war vorher Pfarrer in Grafenwöhr und weigerte sich zunächst, die von der Kurfürstlichen Regierung angeordnete Versetzung nach Auerbach anzunehmen; "weil es landkundig sei, was für halsstarrige und widerspenstige Leute dort seien, welche sich bisher mit Eifer der christl. (kalvin.) Reformation heftig widersetzt haben".
1621
Gebhard Agricola, calvinischer Stadtpfarrer
Er war aus Neumarkt und ein zwar gelehrter, aber wenig volkstümlicher Mann. Am 26. Juli 1625 wurde er in Auerbach entlassen und wurde anschließend Universitätsprofessor in Leyden in Holland.
Die Stadtpfarrer waren seit 1590 calvinisch und von der Regierung ange­stellt. Daneben fun­gierten in Auerbach noch jeweils ein Stadtprediger und der Spitalpfarrer, die die Stadt an­stellte und die in dieser Zeit immer lutherisch waren.

Ab 1625 amtierten wieder katholische Stadtpfarrer in Auerbach
1625
Ulricus Faulmüller, Pfarrer von Auerbach
Der erste katholische Pfarrer Auerbachs nach der Reformation stammte aus Weißendorf, war Kanonikus von St. Stephan in Bamberg und zuletzt Pfarrverweser in Adelsdorf. Er soll sehr leutselig und tolerant gewesen sein und starb im großen Pestjahr 1634 mit erst 49 Jahren. Sein Bild hängt im Chorraum der Spitalkirche.
1634
Nikolaus Dorn, wegen des großen Priestermangels zugleich Pfarrer in Thurndorf, Hopfenohe, Neuzirkendorf und Troschenreuth, hatte in Rom studiert. Während seiner Amtszeit war Auerbach ständig von Kriegstruppen heimgesucht oder gar besetzt. Von Auerbach aus ging er nach St. Martin in Amberg.
1645
Johannes Dötzer
Er
war nach Auerbach "strafversetzt" worden, musste hier aber wegen eines Verhältnisses mit seiner Haushälterin den Dienst quittieren. Anschließend war er u.a. in Eschenbach und Pappenberg (heute Truppenübungsplatz Grafenwöhr).
1647
Georg Christoph Hebenstreit
Er war Kanonikus in St. Jakob, Bamberg, wohin er 1650 als Dekan zurückkehrte.
1651
Veit Lutz, magister philosophiae
Er wurde kurzzeitig von Lichtenfels hier herversetzt, ehe er noch im gleichen Jahr die Pfarrei Pappenberg (heute im Truppenübungsplatz Grafenwöhr) erhielt.
1651
Stephan Waldmann
Dieser war zuvor Pfarrer in Vilseck und Kanonikus in St. Gangolf,  Bamberg. Pfarrer Waldmann wurde wohl aus gesundheitlichen Gründen nach Eggolsheim versetzt, wo er 1653 mit 47 Jahren starb.
1652
Balthasar Heerdegen, fürstbischöflicher Geistlicher Rat
Er war zugleich Kanonikus in Bamberg und Pfarrer in Forchheim
1653 kam es zu einem Streit über verschiedene Punkte zwischen Magistrat und Pfarrer Herdegen, der ein Jahr darauf zum Generalvikar des neuen Bamberger Bischofs Philipp Valentin Voit von Rieneck ernannt wurde und deshalb die Pfarrei Auerbach wieder verließ.
1654
Johann Christoph Bayer
Er war ebenfalls Kanonikus von Sankt Jakob in Bamberg und hielt sich oft dort auf, während ein Kaplan die Seelsorge in Auerbach betrieb. Pfarrer Bayer beklagte sich 1655 bei der Regierung u.a. darüber, dass der Schulbesuch schlecht sei, weil die Kinder so viel auf dem Feld mitarbeiten müssten.
1657 führte er am Magdalenenfest (22. Juli) eine Prozession nach Ranna ein, die bis Mitte des vorigen (19.) Jahrhunderts durchgeführt wurde. Im Mai 1659 zog sich Bayer auf sein Kanonikat nach Bamberg zurück.
1659
Dr. Johann Michael Kempf
Der gelehrte Theologe war Kanonikus von St. Stephan in Bamberg. Unter ihm fand am 26. Juni 1662 nach fast 150 Jahren erstmals wieder eine Firmung statt; Fürstbischof von Rieneck kam dazu "mit kleinem Gefolge" von immerhin ca. 70 Personen mit etwa 60 Pferden in die Stadt und soll 600 Personen gefirmt haben.
Pfarrer Kempf starb im Alter von nur 33 Jahren.
1665
Dr. Benignus Moser
Er war bei obiger Firmung im Gefolge des Fürstbischofs, und wurde nur einen Monat danach Pfarrer von Auerbach, allerdings ohne die Stelle anzutreten.
1665
Johann Christoph Bayer
Er kehrte nochmals auf die Auerbacher Pfarrstelle zurück, die er sechs Jahre vorher aufgegeben hatte.
1667 ließ er von Matthias Tretscher aus Kulmbach eine neue Orgel bauen. Pfarrer Bayer wurde 1668 Pfarrer von St. Martin in Amberg.
1668
Georg Haunold
Er war lange Dekan des Kapitels Hollfeld; die Diözese Bamberg hatte damals nur die vier Dekanate Eggolsheim, Hollfeld, Kronach und Scheßlitz.
Pfarrer Haunold stammte aus Vilseck und war u.a. 1660 Verweser in Neuhaus und 1664 Feldkaplan. In seine Amtszeit fallen u.a. die Barockisierung der Pfarrkirche und die Errichtung der Gottvaterbergkirche.
Bei einem Unwetter am 4. Mai 1669 richtete ein Blitzschlag am Kirchturm und im Kircheninneren großen Schaden an.
1680 wird von einer Firmung an 1083 Personen durch den Würzburger Weihbischof Stephan Weinberger berichtet.
Pfarrer Haunold starb 1694 und wurde auf dem hiesigen Friedhof beerdigt.
1694
Kaspar Frey, Geistlicher Rat und Dekan
Er stammte aus Kronach und war vorher u.a. Inspektor am Priesterseminar Bamberg und Pfarrer in Ebermannstadt.
Pfarrer Frey ließ in der Pfarrkirche vier neue Seitenaltäre errichten. Besonders hatte es ihm wohl die Friedhofskirche angetan; sie wurde 1721 gründlich restauriert, in dieser wurde er 1722 auch begraben.
1722
Johann Friedrich Trettenbach
Er stammte aus dem benachbarten Neuhaus, war schon seit 1714 aushilfsweise bzw. als Kaplan in Auerbach, von wo aus er kurzzeitig die Pfarrei Hopfenohe betreute.
Schon kurz nach seinem Amtsantritt ließ er von drei Jesuitenpatres eine Mission durchführen, zu deren Andenken die Mariensäule am Oberen Torplatz erstellt wurde.
1730 ließ Pfarrer Trettenbach aus eigenen Mitteln in der hiesigen Pfarrkirche die Annakapelle errichten, in der er auch begraben wurde.
Die Spitalkirche wurde unter seiner Amtsführung durch Bildhauer Johann Michael Doser und Maler Thomas Wild 1735 ausgeschmückt. Im gleichen Jahr ließ Trettenbach an die Friedhofskirche die Sakristei anbauen.
Die von ihm ebenfalls errichtete Magdalenenkirche in Ranna wurde 1743 eingeweiht, die von Johann Konrad Brandenstein gebaute Orgel 1755 in der Pfarrkirche aufgestellt.
Pfarrer Trettenbach soll ein sehr frommer Priester gewesen sein. Er starb hochbetagt am 14. September 1772.
1772
Johann Adam Mayer
Auch er war, wie sein Vorgänger, ein sehr aktiver und würdiger Priester und wurde vom Kloster Michelfeld aus der Pfarrei Büchenbach geholt. Unter ihm wurde 1780 das bisherige, inzwischen zu klein und auch baufällig gewordene Presbyterium abgerissen und der Neubau auf die heutige Größe gebracht; die jetzige Sakristei und die darüber liegende Schatzkammer entstanden ebenfalls in diesem Jahr.
"Am 23. Oktober 1786 nachmittags 2 Uhr ist Herr Stadtpfarrer Johann Adam Mayer von einem Schlagfluß getroffen in die Ewigkeit abgegangen.", heißt es in der Pfarrmatrikel.
1786
Johann Baptist Weiß
Bei der fälligen Neubesetzung der Pfarrei entbrannte ein Streit, weil der Stadtmagistrat als Verwalter der alten Benefizien bei der Vergabe der Pfarrerstelle zusammen mit dem Kloster Michelfeld das Präsentationsrecht ausüben wollte; erst 1809 unterlag die Stadt.
Pfarrer Weiß war ein ein Sohn des hiesigen Seilers Adam Weiß (Hausnummer 175, heute Unterer Markt 25), "ein eifriger Seelenhirte, der streng auf Zucht und Sittlichkeit hielt".
In seiner Amtszeit wurden mehrere Glocken erneuert und im Chorraum der Pfarrkirche vor dem Sakristeieingang die Stützsäule aus Quadersteinen aufgerichtet. Bei seinem Tode 1799 hatte die Pfarrei St. Johannes Baptist Auerbach rund 2.300 Seelen.
1799
Joseph Gabriel Neumüller
Auch er stammte wie sein Vorgänger aus Auerbach, war seit 1787 Priester, und war 1790-96 Kaplan bzw. Pfarrverweser in Neuhaus/Pegnitz. Der Überlieferung nach war er sehr freigebig und  besonders mildtätig gegen Arme, sowie sehr eifrig im Gottesdienst.
1809 wurde Neumüller Dekan des Kapitels Hollfeld, zu dem die Pfarrei Auerbach ja gehörte, und ein Jahr später Distrikt - Schul - Inspektor. Als 1811 das noch heute bestehende Dekanat Auerbach neu errichtet wurde, wurde Pfarrer Neumüller dessen 1. Dekan.
Pfarrer Neumüller bemühte sich , den sich seit langem in einem sehr schlechten Zustand befindlichen Pfarrhof neu zu bauen, kam aber nicht über die Planungsphase hinaus.
1836
Sebastian Sichert
Er stammte aus Hirschau. Wegen Baufälligkeit des Pfarrhofs wohnte er privat im Haus Nummer 65 (heute Pfarrstraße 6).
Pfarrer und Dekan Sichert starb, noch nicht vierzigjährig, in Auerbach. Er war wohl sehr beliebt; denn sein Zeitgenosse Johannes Neubig schrieb über ihn: "Dieser Mann besaß alle jene Tugenden in ausgezeichnetem Grade, die vor Gott und den  Menschen angenehm machen."
1837

Joseph Mader, Stadtpfarrer und Dechant
Er stammte aus Amberg und war seit 1830 Pfarrer im nahen Thurndorf gewesen.
Aus dem gleichen Grund wie sein Vorgänger wohnte auch er zunächst im "Sonnenburgschen Häusl", bis dieses beim Brand von 1838 zu Schaden kam. Erst 1845 konnte er den neuen Pfarrhof beziehen.
Joseph Köstler (1849-1925) schreibt über ihn als Zeitzeuge u.a.: "In den zwanzig Jahren, die ich mit Dechant Mader in Auerbach gemeinsam erlebte, hat er nicht einmal gepredigt. ... Die Pfarrmatrikel führte er höchst mangelhaft, so daß manches Pfarrkind heiratete, das nach dem Taufbuch gar nicht geboren war. ... Er hatte ... eigentlich nur einen Fehler: er war zu gut." (Köstler, Band V S. 115 f)
1872

Konrad Vasold, Stadtpfarrer und Dechant
Er stammte aus Bamberg und kam über verschiedene Stationen nach Auerbach. Er "war ein sehr kräftiger stattlicher Herr mit schneeweißen Haaren, bald fein wie ein freiherrl. Hofmeister, bald grob wie ein Bamberger Gärtner, aber immer würdevoll und gemessen, ein musterhafter Priester mit segensreicher Wirksamkeit, eine prächtige Erscheinung am Altar und in Gesellschaft", so die Beschreibung Köstlers. (a.o.O. S. 165)
1880
Joseph Groh, Stadtpfarrer
Er war seit 1870 Pfarrer in Michelfeld und bereits dort Distrikt - Schul - Inspektor. "Er hatte eine heitere Lebensauffassung, besaß viel Humor ... u. war ein ausgezeichneter Gesellschafter mit echt fränkischer Redseligkeit. Er war opulenten Mahlzeiten nicht abhold, liebte gute Weine u. teuere Zigarren, gab große Trinkgelder und übte die Noblesse u. Gastfreundschaft im Übermaß aus." (S. 167) Er lebte sehr aufwändig und verschwenderisch, so dass nach seinem Tode 1892 ein großer Teil des Auerbacher Pfründen-Vermögens fehlte. Um das entstandene Defizit einigermaßen zu decken, blieb die Pfarrei Auerbach zwei Jahre unbesetzt.
1894

Johann Sebastian Neppenbacher, Stadtpfarrer und Dechant
Er stammte aus Nürnberg und war u. a. Kaplan in Waischenfeld und Scheinfeld, sowie seit 1881 Pfarrer und Dechant Definitor in Michelfeld. Die Übernahme des ehemaligen Benediktinerklosters dort durch Regens Wagner geht hauptsächlich auf seine Initiative zurück.
Die Pfarrei Auerbach wurde ihm vielleicht auch deshalb übertragen, weil er die Kontrollpflicht über seinen Vorgänger Pfarrer Joseph Groh vernachlässigt hatte und deshalb die finanzielle Misere der Auerbacher Pfarrei wieder ausbügeln sollte.
1907

Johann Steets, Stadtpfarrer
Auch er stammte aus Nürnberg und war am 1. August 1894 zum Priester geweiht worden. Seine Kaplanjahre verbrachte er u. a. in Forchheim und in der Pfarrei Unsere Liebe Frau in Nürnberg (Frauenkirche).
Pfarrer Steets war bis 1918 Abgeordneter in München; in diesen Jahren konnte er häufig nicht in der Pfarrei sein, weshalb fast ständig Pfarrvikare als seine Vertreter eingesetzt waren.
Pfarrer Steets starb am 23. Juli 1920.
1920

Joseph Kupilas, Stadtpfarrer und Dekan
Er kam 1872 in Alt-Poppelau (Erzdiözese Breslau) zur Welt und war seit 11. April 1898 Priester. U. a. war er 1899/1900 Kaplan in Michelfeld.
Aus gesundheitlichen Gründen gab er zum 1. Mai 1938 die Auerbacher Pfarrei auf, blieb aber bis zu seinem Tode am 27.10.1942 hier wohnen und half, so weit es ihm möglich war, in der Seelsorge aus.
1938

Johann Ritter, Stadtpfarrer
1938 bis zu seinem Tod 1986 Pfarrer in Auerbach
Ihm ist ein eigener Artikel in dieser Website gewidmet.
1986

P. Wladyslaw Dymny, CR, Pfarradministrator
Pater Dymny kam am 27. Juni 1934 in Olobok (bis 1945 Mühlbock in Schlesien genannt; Bezirk Posen) zur Welt. 1950 trat er in die Kongregation von der Auferstehung Christi (Resurrektionisten) ein und wurde am 17. Juni 1958 in Krakau zum Priester geweiht. 1959-62 und 1970-73 erweitere er sein Theologiestudium an der kath. Universität Lublin.
Über verschiedene Verwendungen u. a. in Krakau und Wien kam Pater Dymny am 20. September 1983 zur Verfügung des Dekans nach Auerbach. Am 1. Januar 1985 wurde er Pfarradministrator von Gunzendorf, am 1. November 1986 auch von Auerbach.
Umbau und Renovierung des Pfarrhofes, der Jugendheime Emmaus  und "über Hartmann" oder wie es heute heißt die Arche, die Neueindeckung des Kirchendaches und die Sanierung der Kindergärten und des Caritasheimes (heute St. Hedwig) seien als Beispiele für die seit 1986 bereits erfolgten baulichen Maßnahmen genannt.
Auch im "Innenleben" der Pfarrei hat sich einiges bewegt; beispielhaft seien genannt der Kinderchor und Jugendchor "Reißnagel", die abwechselnd u. a. Gottesdienste mitgestalten.
Die Kolpingsfamilie Auerbach organisierte unter Dymny  mehrere Hilfskonvois in die ukrainische Stadt Sambor, wo die Resurrektionisten nach dem Zusammenbruch des gottlosen kommunistischen Regimes eine fruchtbare Missionierung betreiben.
Am 13. Februar 2003 wurde P. Dymny von der Pfarrei  Auerbach in einem festlichen Gottesdienst mit anschließender Feier im Kolpingssaal herzlich für seine  neue Aufgabe als Pfarrer in Zeyern verabschiedet.
Seit 1. September 2007 ist P. Dymny Subsidiar im Seelsorgebereich "Pfarreienverbund Obermain-Jura" mit dem Schwerpunkt Seelsorge in den Altenheimen Burgkunstadt, Altenkunstadt und Weismain.
Im Juni 2008 feierte P. Dymny in seiner ehemaligen Pfarrei in Auerbach sein goldenes Priesterjubiläum.
2003

Im 16. Februar übernahm Pater Christoph Willa CR die Pfarrei St. Johannes der Täufer in Auerbach.
P. Willa ist am 29. April 1957 in Sopot (Polen, bei Danzig) geboren und erhielt 1983 die Priesterweihe. In unserem Erzbistum Bamberg war er zunächst 1986-1988 als Kaplan hier in Auerbach tätig, wobei er gleichzeitig einen Seelsorgeauftrag für die benachbarte Pfarrei Gunzendorf zu erfüllen hatte. Seit dem 1. Dezember 1988 war P. Willa Administrator der Pfarrei Neuhaus. Dort bekleidete er außerdem das Amt des Präses der KAB Neuhaus.
Administrator der Pfarrei Auerbach war P. Willa vom 16. Februar 2003 bis zum 1. September 2004.
Nach seinem Weggang von Auerbach verließ Willa auch bald die Kongregation der Resurrektionisten und ist jetzt im Bistum Chur (Schweiz) tätig. Dort betreut er die Pfarrei  Herz Jesu in Scuol, Dekanat Engadin (Kanton Graubünden).
2004
Mit Wirkung vom 1. September 2004 fand unter den Resurrektionisten in Bayern ein größerer Wechsel statt. In diesem Zuge wurde Pater Dominik Sobolewski CR (seit Februar 2003 in Neuhaus) neuer Pfarradministrator in Auerbach.
P. Dominik kam am 6. März 1961 in Danzig (Pfarrei) zur Welt, machte dort auch das Abitur und trat 1981 der Kongregation der Resurrektionisten bei. Studien in Krakau und Rom führten ihn 1988 zur Priesterweihe. Nach Kaplansjahren in Westfalen und einem kurzen "Zwischenspiel" in St. Michael Nürnberg (ab September 2002) übernahm er im Februar 2003 die Pfarrei St. Peter und Paul in Neuhaus an der Pegnitz, ehe er zum 1. September 2004 nach Auerbach kam. Hier wurde P. Dominik am 1. August 2005 (auf Vorschlag der wahlberechtigten Geistlichen) vom Bamberger Erzbischof Ludwig zum Leiter des Dekanats Auerbach mit seinen drei Seelsorgebereichen ernannt.
Zum 1. November 2006 wurde er zusätzlich mit der Seelsorge in der Kuratie Neuzirkendorf beauftragt, und nach dem Tod von P. Paul Mietki, CR, übergangsweise auch zum Administrator der Pfarrei Michelfeld ernannt. 2014 kamen auch noch die Pfarreien Michelfeld und Gunzendorf zu seinem Aufgabengebiet.
Neben der seelsorgerischen Arbeit konnte er die umfangreiche Renovierung und Sanierung der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer durchführen. Am 19. April 2015 wurde das Gotteshaus in einem feierlichen Pontifikalamt durch den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick offiziell wieder den Gläubigen übergeben.
Zum 30. August 2015 wurde P. Dominik nach Taufkirchen versetzt. Ende Juli wurde der beliebte Geistliche in Auerbach verabschiedet. (SRZ, NN)
2015
Mit Wirkung vom 1. September 2015 wurde P. Markus Flasinski, CR, der bereits 1990-98 als Kaplan in der Pfarrei Auerbach wirkte, zu deren neuem Pfarrer ernannt. Er ist also mit St. Johannes der Täufer bestens vertraut. Das vorherige Wirkungsgebiet von P. Markus waren die Pfarreien St. Johannes Nepomuk in Bayreuth-Laineck und Hl. Geist in Bayreuth.
P. Markus wurde am 1. Dezember 2015 von Domkapitular und  Regionaldekan Dr. Josef Zerndl in sein zusätzliches Amt als Dekan des kath. Dekanats Auerbach eingeführt. (NN)

verwendete und weiterführende Quellen
Köstler Joseph, Kirchen- und Schulgeschichte, Band I bis V
Wachter Friedrich, General-Personalschematismus der Erzdiözese Bamberg 1007-1907
Schematismus des Erzbistums Bamberg, verschiedene Jahrgänge
verschiedene Jahrgänge der Auerbacher Pfarrmatrikel
diverse eigene Unterlagen

letzte Bearbeitung dieses Artikels am 5. Dezember 2015

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