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Die Auerbacher Schwestern

60 Jahre bayerische Provinz
(Mutterhaus Auerbach)
der böhmischen Kongregation
der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau

Mit Urkunde vom 2. Februar 1949, ausgestellt vom damaligen Bamberger Erzbischof Joseph Otto Kolb, wurde die Ordensprovinz in Bayern bestätigt. Dies geschah auch auf Vermittlung des Generalabts der Prämonstratenser, Pater Hubert Noots, im Vatikan in Rom.

Die bayerische Provinz der Schulschwestern (Mutterhaus in Auerbach) ist ein Teil der böhmischen Kongregation mit heutigem Sitz in Königgrätz.

Generaloberin war
1998-2010
Schwester Miriam Baumruková.
Sie schied nach 12 Jahren
aus diesem Amt aus.

Beim Generalkapitel der
Kongregation
(2. bis 12. August 2010)
in Königgrätz wurde
Schwester Anezka Bednárová
zur Nachfolgerin gewählt.

Weihe des Auerbacher Mutterhauses
vor 50 Jahren

Am 7. Oktober 2003 jährte sich zum 50. Male die feierliche Einweihung des Mutterhauses der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau (bayerische Provinz) in Auerbach. Zu diesem Jubiläum war, wie vor fünf Jahrzehnten, der Bamberger Bischof anwesend: damals war es Erzbischof Joseph Otto Kolb, diesmal sein Nachfolger Erzbischof Dr. Ludwig Schick. Er zelebrierte am Freitag, den 3. Oktober 2003 um 9.30 Uhr in der Mutterhauskirche einen feierlichen Gottesdienst, zu dem die gesamte Bevölkerung herzlich eingeladen und auch sehr zahlreich anwesend war.

Ein Blick zurück ...

Die Vertreibung der deutschen Schwestern aus Marienbad
Praktisch ab Mitte September 1945 mussten die deutschen Mitglieder der 1930 errichteten Marienbader Provinz der Kongregation der „Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in Böhmen“ ihre Klöster und damit ihre Heimat verlassen. Rund 190 Ordensschwestern kamen so zunächst an verschiedene Orte in Bayern.
Auf Vermittlung des Bamberger Caritasdirektors Dr. Philipp Kröner übernahmen die Schwestern am 7. November 1945 Schloss Banz, das nicht wie bis dahin als Lazarett, sondern nun als Altersheim genutzt werden sollte. Auch die damalige Provinzoberin Schwester Adolphine Proißl wohnte zunächst dort.
Schwester Adolphine erinnerte sich an die Oberin von Michelfeld, Schwester Neria Winkelmaier, die sie in Marienbad kennen gelernt hatte. Bei einem Besuch in Michelfeld Ende Januar 1946 erfuhr Schwester Adolphine, dass sich die Mallersdorfer Schwestern gerne aus dem Auerbacher Bürgerspital zurückziehen möchten.

Die langjährige Oberin des Klosters Michelfeld,
Schwester Neria Winkelmaier OSF (1887-1972),
stammte aus Auerbach
und bot den heimatvertriebenen Schulschwestern
einen Flügel der damaligen "Taubstummenanstalt"
als vorübergehende Bleibe an.
Rund 80 Schwestern der Kongregation
lebten 1946 bis zum Umzug
ins neue Mutterhaus in Auerbach dort und
genossen dankbar beinahe acht Jahre lang
die Gastfreundschaft der Dillinger Franziskanerinnen.

Schulschwestern ab 1946 in Auerbach
Der damalige Auerbacher Stadtpfarrer (1938-1986) Johann Ritter wurde hinzugezogen und er versuchte, die heimatvertriebenen Schwestern an Auerbach zu binden. Deshalb organisierte er eine gemeinsame Besprechung in Mallersdorf: die Franziskanerinnen wollten das Bürgerspital verlassen, wenn ihre Aufgabe von den Schulschwestern übernommen würde. Schon am 26. Febr. 1946 kam Sr. M. (d. h. Schwester Maria; alle Schwestern tragen als 2. Namen den der Gottesmutter) Arnolda Panz mit einer Mitschwester nach Auerbach, wo beide zunächst im Pfarrhof logierten.
Z
um 1. März 1946 verließen die Mallersdorfer wie abgemacht das Spital in der Unteren Vorstadt und die beiden Schwestern zogen zusammen mit der aus Banz gekommenen Provinzoberin dort ein. Die Auerbacher Niederlassung war gegründet.
Im Laufe des Jahres 1946 kamen u. a. die Schwestern
Leopoldine Hiebl, Seraphia Wittmann (1962-83 Provinzoberin), Benonia Hiebl, Hildeberta Proißl, Stephana Herian, Pauline Zipperer (langjährige Rektorin der Realschule) und Juliana Köhlnhofer als Lehrerinnen nach Auerbach, ein Jahr später folgten Leona Stuiber, Alexia Stauber und Martina Bohmann.

Provinzoberin
Schwester Adolphine Proißl
(+ 1986)
in der damaligen Ordenskleidung

 

Zwischenstation im Caritasheim
Bereits am 15. Juni 1948 war die Provinzleitung der Schulschwestern vom Kloster Banz weg nach Auerbach verlegt worden.
Am Feste der hl. Katharina (25. November) wurde das Caritasheim (heute
Alten- und Pflegeheim St. Hedwig) von Stadtpfarrer Ritter nach einem Dankgottesdienst für das gelungene Werk eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Der weitblickende Geistliche überließ zugleich den aus ihrer böhmischen Heimat vertriebenen Schulschwestern das gesamte zweite Stockwerk dieses Hauses. Am 1. Dezember 1948 übersiedelte deshalb Provinzoberin Schwester Adolphine mit 16 Schwestern und drei Kandidatinnen vom Bürgerspital in das benachbarte Caritasheim.

Mit Urkunde vom 2. Februar (Maria Lichtmess) 1949 bestätigte der damalige Bamberger Erzbischof Joseph Otto Kolb die Einrichtung einer bayerischen Provinz der böhmischen Kongregation der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau. Sitz des Mutterhauses war und ist immer noch Auerbach.

Durch die Errichtung des landwirtschaftlichen Betriebs Marienhof im Juli 1949 hatten die Schulschwestern das erste eigene Gebäude in ihrer neuen Heimat Auerbach geschaffen.
Am 15. August 1949, Fest Maria Himmelfahrt, fand die erste Einkleidung der Provinz in Bayern statt: fünf junge Frauen wurden in der Pfarrkirche feierlich in die Kongregation aufgenommen.

Nach der Einkleidungsfeier
in der Auerbacher Pfarrkirche
St. Johannes der Täufer
stellten sich die Schwestern
M. Mathilde, M. Cäcilia,
M. Klara, M. Ernestine und
M. Gregoria dem Fotografen.
Mit im Bild hinten von links
Geistl. Rat Karl Sommer,
Domkapitular Heinrich Rauh,
Stadtpfarrer Johann Ritter
und ein weiterer Geistlicher.
(Foto Archiv Mutterhaus)

Bau eines Provinzmutterhauses
Der sehnlichste Wunsch der Schwestern war die Errichtung eines eigenen Mutterhauses, und ein solches war u. a. auch zur Unterbringung der älteren Schwestern dringend notwendig geworden.

Nach Problemen beim Erwerb des Baugrundes und von Seiten der zuständigen Behörden erfolgte schließlich am 18. August 1951 die Genehmigung des Bauplanes für das Provinzmutterhaus. Beauftragter Architekt war der aus Grün bei Marienbad stammende Anton Schneider, der bereits das Provinzhaus der Schwestern vom hl. Kreuz in Eger erbaut hatte.
Am 7. Mai 1951 wurde „nun in Gottes Namen das Werk begonnen. Um 6.00 Uhr früh hielt Hochw. H. Stadtpfarrer Joh. Ritter in der Spitalkirche Hochamt, bei dem zwei Maurer ministrierten (einer von ihnen, Hans Kieras, trat später als Bruder in die Steyler Missionsgesellschaft ein und wirkte viele Jahre in der Mission als tüchtiger Baumeister).“ So heißt es in der Chronik des Hauses. Das Auerbacher Bauunternehmen Johann Engelhardt hatte den Auftrag erhalten und führte die Bauarbeiten aus.

Dieses alte Foto zeigt das Mutterhaus während der Rohbauphase

Nach einigen Verzögerungen konnte am 17. Juli 1952 Richtfest gefeiert werden.Möge dieses Bauwerk mit seinen fast einer Million Backsteinen (Ziegeln), seinen 250 qm Holz und seinen 200 t Zement nicht ein Klotz über Auerbach bleiben, sondern recht bald durch eine schöne Fassade ein Schmuckstück der Stadt sein! Möge recht bald in seinem Innern den schaffensfreudigen und immer hilfsbereiten Schwestern des Ordens de Notre Dame eine neue Heimat entstanden sein!“, sagte Bauführer Herbert Becker bei seinem Richtspruch.
Wenige Monate danach konnte am
20. Oktober 1952, dem Kirchweihmontag, auch gleich der Grundstein für die damals schon geplante heutige Mutterhauskirche gelegt werden.

Die Weihe des Mutterhauses
Es bestand ursprünglich die Absicht, die Einweihung des Mutterhauses mit der Feier des 100-jährigen Jubiläums der Kongregation in Böhmen am 15. August (Maria Himmelfahrt) 1953 zusammenfallen zu lassen. (Am 15. August 1853 war in Hirschau in Böhmen die erste Einkleidung von 6 Kandidatinnen und die erste Profess von 2 in München eingekleideten Schwestern gewesen.) Doch man musste den Termin verschieben; schließlich war der 7. Oktober 1953 (Rosenkranzfest) der von den heimatvertriebenen Ordensfrauen lang ersehnte Weihetag ihres eigenen neuen Mutterhaues.

In der Hauschronik steht: „Zur Begrüßung des Oberhirten (Joseph Otto Kolb) hatten sich um 8.30 Uhr zahlreiche Gläubige aus Auerbach und Umgebung eingefunden, ferner die katholischen Vereine mit ihren Fahnen, die Auerbacher Lehrerschaft mit ihren Schulklassen und Vertreter der am Bau beteiligten Firmen. Der Eingang war festlich mit den Fahnen der Kirche, mit den Landesfarben und mit Girlanden geschmückt. Gegen 9.00 Uhr traf Seine Exzellenz Hochwürdigster Herr Erzbischof Dr. Josef Kolb, begleitet vom H. H. Domkapitular Heinrich Rauh und seinem Sekretär ein. Der hohe Gast wurde durch ein Lied des Schwesternchores willkommen geheißen.“ Eine junge Ordensfrau trug diesen Prolog (hier in Auszügen) vor:

"Tag des Glückes, Tag der Freude
für Pfarrei und Schwesternschar,
die durch Krieg und Greueltaten
heimatlos geworden war.

Sorgenvoll mit großer Mühe
haben sie das Haus gebaut.
Täglich sein Geschick dem Höchsten
im Gebete anvertraut.

Nunmehr ist der Bau vollendet,
harrt dem Augenblick entgegen,
daß er durch geweihte Hände
nun erhält den kirchlich´ Segen."

Auch Stadtpfarrer Johann Ritter,
ohne dessen Zutun
die Schulschwestern
und ihr Provinzmutterhaus
sicher nicht nach Auerbach
gekommen wären,
begrüßte den Erzbischof
im Namen der Pfarrgemeinde
herzlich und wünschte
dem neuen Haus
und seinen künftigen Bewohnern
allzeit Gottes Segen.

„Nachdem die hohe Geistlichkeit und die anderen Festteilnehmer sich in das Innere des Hauses begeben hatten, nahm Seine Exzellenz Erzbischof Kolb die Konsekration der Hauskapelle (im 1. Stock) vor. Nach der feierlichen Zeremonie ergriff Seine Exzellenz das Wort. Er betonte, mit welcher Freude er gekommen sei, um das Mutterhaus der Provinz der Armen Schulschwestern zu segnen und das Herzstück des Hauses, die Kapelle, zu weihen. Er gratulierte den Schwestern, an der Spitze die Provinzoberin, daß das Haus in solcher Schönheit in der neuen Heimat entstehen konnte. Er erbat Gottes Hilfe und Segen für das Wirken der Schwestern in Schule, Haushalt und Krankenpflege.

Der Bamberger Oberhirte
dankte allen, die mithalfen,
dieses neue Mutterhaus zu bauen,
besonders dem Orden selbst,
der durch Fleiß und Sparsamkeit
so schnell mit dem Neubau
beginnen konnte.“
(aus der Hauschronik)

verwendete Quellen

1 Chronik des Mutterhauses Auerbach der Bayer. Provinz der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau
2 Archiv des Mutterhauses Auerbach der Bayer. Provinz der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau

letzte Bearbeitung dieses Artikels am 1. September 2010

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
BWV 772, Nr. 1 aus Zweistimmige Inventionen
für Klavier (Cembalo, Clavichord)

Für Ergänzungen, Korrekturen usw.
bin ich sehr dankbar.
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