Polizei
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Die Polizei
 - Dein Freund und Helfer -
einst und jetzt

Der Begriff „Polizei“ leitet sich vom griechischen Wort „politeia“ (zu πόλις polis = Stadt, Staat)  ab, was so viel bedeutet wie „Stadt- bzw. Staatsverfassung“. In diesem Zusammenhang steht auch die Akropolis, also Oberstadt oder Stadtburg.

Die wohl bekannteste
Akropolis
ist sicher die von Athen.
Etwa 150 m hoch über der
griechischen Hauptstadt
thront diese
um 450 v. Chr. erbaute
"Oberstadt" mit ihren
charakteristischen Gebäuden.

Über lateinisch „politia“ und dann im 14. Jahrhundert französisch „police“ kam der Begriff „policzey“ Ende des 15. Jahrhunderts in die deutsche Sprache. Die Bedeutung von „Policzey“ war aber zunächst deutlich anders als heute.

Policzey im Mittelalter
1492 begann eine Verordnung der damals Freien Reichsstadt Nürnberg mit „Zu Beständigkeit guter Policzey ist verboten …“, was soviel heißt wie „Zur Bewahrung guter Ordnung für unser Gemeinwesen ist verboten …“. Mit Policzey war also damals keine Institution gemeint, sondern eher ein Zustand. (nach 1)

"Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation machte erstmalig 1530 zu Augsburg die Ordnung und die Polizei zum Gegenstand der Gesetzgebung." (2, Seite 17)

Romischer Keyserlicher Maiestat
Ordnung vn Reformation
guter Pollizei
im Heyligen Römischen Reich
Anno MDXX (1530)
zu Augspurg uffgericht.

So steht auf dem Titelblatt
der Polizeiordnung von 1530.

In dieser mittelalterlichen Ordnung und Reformation guter Pollizei "wurden Gotteslästerung, Zutrinken, köstliche Kleidung, falsches Maß und Gewicht als unsittlich bezeichnet. Besonders erwähnt wurden wucherische Kontrakte, Betrug in Tüchern, »Verbot von Büchsentragen«, Ehebruch und Betteln sowie Müßiggänger, Zigeuner, Landfahrer und Sänger." (2, Seite 17ff)

Auf dem Reichstag zu Augsburg 1530
wurde u.a. die angesprochene
Polizeiordnung verabschiedet.
Der damalige Kaiser Karl V. (reg. 1520-56)
(hier ein Bild von Rubens)
soll gesagt haben:
"In meinem Reich
geht die Sonne niemals unter
!"

"Der Kaiser erhielt die Polizeiaufsicht, die jedoch schon 1548 wieder der Landesobrigkeit übertragen wurde. Seither blieb, abgesehen von kurzen Zeitabschnitten, die Polizei in Deutschland Sache der Länder." (2, Seite 19)
Um die angesprochene mittelalterliche Ordnungsstruktur „Policzey“ aufrecht zu erhalten, wurden von den Städten „Beamte“ aufgestellt, die Kontroll- und – im Falle von Gesetzesübertretungen – auch Strafgewalt hatten. Aufgabenbereiche dieser polizeiliche Ordnungsgewalt waren Gegenstände des Wirtschaftslebens (Marktordnung, Warenschau, angemessene Preise, Löhne, korrekte Maße und Gewichte, usw.), des Bau- und Straßenwesens, der Feuerordnung und des Brandschutzes, der Luxus- und Sittenreglementierungen, der Gesundheitsfürsorge, der Eintreibung von Bußgeldern usw. Diese Beamten waren eine mehr oder weniger bunte Schar verschiedener, meist auch zeitgemäß bewaffneter Männer, wie Gerichtsdiener, Stadtknecht, Büttel, Fronboten, Schergen, Häscher, Marktkontrolleure oder auch Nachtwächter.

Entstehung der Gendarmerie
Die Polizei, etwa so wie wir sie heute kennen, entstand erst an der Wende des 18. zum beginnenden 19. Jahrhunderts im Zuge der Französischen Revolution von 1789.

Der Sturm auf die Bastille,
die Stadtburg von Paris
mit dem Gefängnis,
am 14. Juli 1789
war eine der ersten Aktionen
der Französischen Revolution.

Während und besonders nach der Französischen Revolution bildete sich eine Organisation heraus, die für die vielen Aufgaben gleichzeitig zuständig war und in der Kontrollfunktionen gebündelt wurden, die Gendarmerie. Dieses Wort "Gendarmerie" leitet sich vom französischen Begriff "gens d'armes" her und bedeutet soviel wie "die Bewaffneten", wörtlich "Leute der Waffen".
Angehörige dieser Institution, eben Gendarmen, übernahmen nun viele Dinge, die zuvor die Bürger selbst ausgeübt hatten.

Gendarmeriekorps in Bayern
In Bayern wurde mit Edikt vom 11. Oktober 1812 ein Gendarmeriekorps gegründet. In allen größeren Orten entstanden daraufhin Gendarmerieposten, die zwar nur relativ schwach besetzt waren, aber dennoch für die öffentliche Sicherheit und Ordnung sorgen konnten.

Die neuen Gendarmeriekorps
wurden nach französischem Vorbild
errichtet; daher auch ihr Namen.
Sie waren militärisch organisiert.
Auf diesem Hochzeitsfoto (nach)
eines Gendarmen um 1905
ist der doch recht martialische Auftritt
des Bräutigams zu erkennen.
Auffallend auf vielen Bildern
bayerischer Gendarmen ist,
dass die meisten einen Bart,
zumindest einen Schnurbart, tragen. 

Erst im Jahr 1919 erfolgte in Bayern die Loslösung der Gendarmerie vom Militär. Die Polizei war von nun an dem Bayerischen Innenministerium unterstellt; so ist es noch heute.

Die Stadt Auerbach blieb zunächst ohne eine eigene Postenstation, obwohl durch eine "Allerhöchste Verordnung" vom 17. Mai 1818 bestimmt worden war, dass in Städten und Märkten der Magistrat örtliche Gendarmerieposten einzurichten und zumindest teilweise auch zu unterhalten hatte.

Gendarmerieposten in Auerbach ab 1839
Auf Antrag der Stadt genehmigte schließlich das zuständige Ministerium des Inneren in München am 9. August 1939 die Errichtung einer Gendarmeriepostenstation in Auerbach. Voraussetzung dafür war, dass die Stadt ein Dienstlokal und Wohnungen für die Gendarmen zur Verfügung stellte.

Erst gut eineinhalb Jahre später,
am 17. Februar 1841,
nahmen
zwei Gendarmen
in Auerbach den Dienst auf.
Je einer wurde von den
nächstgelegenen Stationen Eschenbach
und Sulzbach abgestellt
bzw. nach hierher versetzt.
(nach 3, Seite 201)

Eine große Erleichterung
bei der Zurücklegung
größerer Strecken
war auch für die Gendarmen
das Fahrrad.

Wachmeister Bauer
Bereits vor dem 2. Weltkrieg (1939-1945) wurde das Auerbacher Gebiet von einem einzigen Polizeibeamten, nämlich Michael Bauer ("Wachmeister Bauer"), betreut. Seine "Dienststelle" und die Wohnung für sich und seine Familie befanden sich unten rechts im Rathaus.

Michael Bauer, geb. 1896 in Pirk,
war 1926-28 Berufssoldat in Amberg.
Am 25. April 1928 trat er als Polizist
in den Dienst Auerbachs,
und war rund zwei Jahrzehnte
"die Polizei" in unserer Stadt.

Polizeimeister Bauer blieb bis 1947 auf seinem Posten bei der Stadt Auerbach, die letzten beiden Jahre seit Kriegsende im Frühjahr 1945 allerdings "amtslos", weil die amerikanische Militärregierung in Bayern alle Behörden und damit auch die bestehenden Polizeieinrichtungen auflöste.

Gründung der Stadtpolizei Auerbach
Die US-Armee übernahm in Bayern noch im April 1945 praktisch die Regierungs- und Polizeigewalt. Doch bald kam die Erkenntnis, dass die amerikanische Militärpolizei allein der Lage nicht Herr werden konnte. Deshalb ordnete die amerikanische Militärregierung am 24. April 1946 an, dass umgehend zwei Arten von Polizei - Land- und Stadtpolizei - eingerichtet werden sollten.
In Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnern sollte eine eigene Stadtpolizei aufgestellt werden. So wurden "zwischen 1945 und 1949 ... in 150 bayerischen Städten und Gemeinden selbständige Polizeiorganisationen gebildet. ... Die amerikanische Besatzungsmacht sah darin die Chance, die zentral organisierte NS-Polizei durch eine dezentrale Struktur zu ersetzen. Als Vorbild dienten die städtischen Police Departments in den USA." (4)
Auerbach hatte damals mehr als 5.000 Einwohner, denn
die Gemeinden Nitzlbuch und Ebersberg, zu dem Bernreuth mit Lager gehörte, wurden im Rahmen der von der amerikanischen Militärregierung nach Kriegsende 1945 befohlenen Zusammenlegung von Gemeinden mit Wirkung vom 1.1.1946  in die Stadt Auerbach eingegliedert.
Am 1. Mai 1946 wurde deshalb die Stadtpolizei Auerbach offiziell ins Leben gerufen. Einziger Beamter war in den ersten Wochen der Einheimische Lorenz Friedl.

Lorenz Friedl (+1967),
im Volksmund "der Friedl Lenz",
war vor dem 2. Weltkrieg
u. a. Stadtrat in Auerbach
und beruflich bereits 
bei der Landpolizei gewesen.
Er wurde nun Leiter der
Stadtpolizei Auerbach.

Ab Juni 1946 wurde in jedem der folgenden Monate jeweils ein junger "Hilfspolizist" eingestellt: im Juni Johann Wittmann, im Juli Adam Kroher, im August Johann Feder und im September Josef Schmidt. (Fotos aus 5)

                               Wittmann (+2013)               Feder (+2004)     Kroher (+1978)    Schmidt (+2009)

Bald darauf kam als weitere Verstärkung noch Johann Leipold (+1969) zur Stadtpolizei Auerbach.
Die Männer waren z.T. aus Krieg und Gefangenschaft heimgekehrt und wurden auf Lehrgängen in München und Regensburg für ihren Dienst als Polizeibeamte geschult.

Zuständigkeitsbereich war natürlich das Stadtgebiet von Auerbach, zu dem vom 1.1.1946 bis zum 1.4.1948 zwangsweise auch die Gemeinde Nitzlbuch mit ihren Ortsteilen Welluck, Sand und Sackdilling gehörte. Weiterhin mussten mit betreut werden die beiden Lager in Bernreuth, die zur Gemeinde Ebersberg gehörten und die Randgemeinde des Truppenübungsplatzes Dornbach, die mit Flüchtlingen belegt war. Auch der Bürgerwald gehörte in den Bereich der Stadtpolizei Auerbach.

Um diesen großen Geschäftsbereich
zu schaffen, bekam die
Stadtpolizei Auerbach
einen VW-Kübelwagen,
wie ihn im Krieg
die Feldgendarmerie
gehabt hatte.

Unter dieser Überschrift erschien 1988 ein interessanter Artikel in einer Lokalzeitung. (6) Darin berichteten ehemalige Stadtpolizisten von Auerbach über ihre Arbeit in den ersten Nachkriegsjahren. Dort heißt es: "Weder die Arbeitszeit noch die gestellten Aufgaben waren damals, kurz nach Kriegsende, angenehm. Viele Probleme gab es mit ausländischen Flüchtlingen und vor allem den amerikanischen Soldaten, die in der Nähe der Stadt ihre Lager hatten. Jeden Tag gab es irgendwo Krawalle und Raufereien, in den Wirtshäusern genauso wie in den drei Tanzlokalen (Anm.: Specht, Stauber und Ruder) der Nachkriegszeit. Die zwei Arrestzellen im ehemaligen Auerbacher Gefängnis ... waren ständig besetzt." (6)

Das Haus Pfarrstraße 30
(früher Haus Nummer 53)
hat eine interessante Geschichte.
Das heutige Gebäude wurde
von der Stadt 1842 als Fronfeste
errichtet und diente als Gefängnis
und Wohnung für die Wärter.
Im Volksmund heißt es auch
Heldmannhaus, weil 1934-1956
das Arztehepaar Heldmann hier  praktizierte.

In manchen Nächten sollen bis zu 20 Personen in einer der kleinen Zellen "hinter Gittern" gewesen sein. Abwechselnd waren drei Auerbacher Männer "zum Beaufsichtigen, Heizen und Essenbringen im Gefängnis eingesetzt". (6)

"Ein Problem in der Nachkriegszeit waren die Frauen.
Aus allen Teilen des Landes und auch aus dem Ausland
waren sie den amerikanischen Soldaten nachgereist.
Eine Frau, die mit einem Angehörigen der Besatzungsmacht
erwischt worden war, wurde zunächst der Stadt verwiesen.
Wurde sie ein zweites Mal ertappt,
drohte das Gefängnis. ... 

Von 4.000 festgenommenen Mädchen waren etwa 2.600 geschlechtskrank, ... Die Kranken wurden in Isolierstationen nach Thurndorf oder Amberg geschickt." (6)
Erstaunlich muten uns heute auch die Arbeits- und Freizeitverhältnisse an; darüber berichten die ehemaligen Stadtpolizisten: "Eine Wochenarbeitszeit von 70 bis 80 Stunden hatten die Männer zu bewältigen. Zusätzlich zum Tagdienst kam jeden dritten Tag Nachtschicht. Der Nachtdienst begann um etwa 18 Uhr und endete um 7 Uhr, um 9 Uhr war schon wieder Dienstbeginn der Tagschicht. Meist mußte an vier Sonntagen hintereinander gearbeitet werden, bevor ein freier Sonntag gewährt wurde. Von den sieben Urlaubstagen pro Jahr nahmen die Männer oft gar nicht alle, das ´höchste´ waren zwei oder drei zusammenhängende Tage. Meist wurden jedoch nur jährlich vier Einzeltage Urlaub genommen." (6)

Nachdem mit Wirkung vom 1. April 1948 die Gemeinde Nitzlbuch wieder selbständig geworden war und ihr ca. ein Jahr später auch  Bernreuth zugeordnet worden war, mussten die beiden Stadtpolizisten Kroher und Schmidt vorübergehend zur Bayerischen Grenzpolizei wechseln. In Auerbach verblieben wegen der gesunkenen Einwohnerzahl nur mehr vier Beamte.
Kroher und Schmidt kehrten 1952 bzw. 1953 wieder zur Stadtpolizei Auerbach zurück.

Ende der Stadtpolizei Auerbach
"Ab 1953 lösten sich zahlreiche kleinere Kommunalpolizeien bereits wieder auf. Meist waren die hohen Kosten für diesen freiwilligen Schritt verantwortlich." (4) Die Dienstaufsicht und die Betreuung des Personals lag in Händen des jeweiligen Bürgermeisters, was praktisch eine von Ort zu Ort verschiedene Praxis zur Folge hatte. "Seit den 1960er Jahren betrieb das Innenministerium aktiv die Verstaatlichung. Unabhängige Stadtpolizeien galten als Hindernis für eine moderne Polizeistruktur, ein geregelter und effizienter Dienstbetrieb in kleinen Orten wurde bezweifelt." (4) 

So wurde nach knapp
zwölfjährigem Bestehen
die Stadtpolizei Auerbach
(blaue Uniformen)
zum 1. April 1958
aufgelöst bzw.
in die Landpolizei
(grüne Uniformen)
übergeführt. Die bisher
städtischen Beamten
wurden nun bayerische.

Wie auf diesem Ärmelabzeichen der Stadtpolizei Auerbach zu sehen ist, war damals im Stadtwappen nicht der Ur oder Auerochs. Dieser musste 1819 als Wappenbild verschwinden und durfte erst 1963 wieder eingeführt werden.
Nachweisbar seit Anfang des 15. Jahrhunderts, wahrscheinlich aber schon davor, ist der Ur in Wappen und Siegel der Stadt Auerbach.

Die Landpolizei
Am 29. Juni 1945 hatte die amerikanische Militärregierung angeordnet, umgehend bayernweit dezentral und nach demokratischen Gesichtspunkten eine Landpolizei aufzustellen.
Mit Erlass vom 24. April 1946 wurde Michael Freiherr von Godin (1896-1982; im Amt bis 1959) zum ersten  Präsidenten der Landpolizei von Bayern ernannt mit dem Auftrag, die befohlene Polizeiorganisation aufzubauen.

"Seit April 1946 war die staatliche,
grün uniformierte Landpolizei
mit einem Präsidium an der Spitze
in ganz Bayern einheitlich organisiert.
Auf der Ebene der damals fünf Regierungsbezirke
wirkten Chefdienststellen, denen pro Landkreis
eine Bezirksinspektion unterstellt war.

Die Basis bildeten Hauptposten in Kreisstädten und ca. 1.300 Posten auf den Dörfern. Diese Struktur war noch stark an die frühere Gendarmerie angelehnt." (4)

Auerbach war eine Nebenstelle
einer solchen Landpolizeistation,
die ihren Sitz
in der Kreisstadt Eschenbach hatte.

Die umliegenden Ortschaften der Stadt Auerbach, wie Michelfeld, Nasnitz, Weidlwang, Gunzendorf, Troschenreuth, Neuzirkendorf, Degelsdorf, Ranna und Nitzlbuch wurden nun von Beamten dieser Landpolizei "versorgt".

Das Dienstzimmer der Landpolizei
in Auerbach befand sich im Haus
der damaligen Schreinerei Engelhardt
(heute Rupprecht, Bahnhofstraße 28).
Leiter der Landpolizeistation
war Georg Sommer.
Weitere Beamte waren u.a.
Karl Kiermeier, Max Ehrismann,
Karl Gregori 
und Franz Senft.

Als wie oben schon aufgezeigt zum 1. April 1958 die Stadtpolizei Auerbach in die Landpolizei Bayern überführt wurde, ging darin auch der bisherige Landpolizeiposten Auerbach auf.

Chef der "neuen Landpolizei"
wurde Karl Kiermeier. (Foto aus 10)
Er war vorher in Eschenbach gewesen.
Nach seiner Pensionierung 1969
blieb Kiermeier mit seiner Famile bis 1977
hier in Auerbach, zog dann nach Zwiesel
und verstarb dort am 20. August 1995.

Das Dienstzimmer in der Bahnhofstraße wurde aufgegeben, das Lokal der neuen Institution war bis September 1973 im Erdgeschoß  des Rathauses in den Räumen der heutigen Bauabteilung.

Zwischen 1957 und 1962 fand eine erste größere Organisationsreform der Bayerischen Landpolizei statt. Zahlreiche kleine Stationen wurden aufgelöst und dafür "Großraumstationen" in zentral gelegenen Orten eingerichtet. In vielen Landkreisen gab es jetzt nur mehr eine Landpolizeidienststelle (Inspektion) mit Nebenstellen in größeren kreisangehörigen Gemeinden. So war es auch im Landkreis Eschenbach:

Auerbach war 
nach wie vor
eine Nebenstelle
der Inspektion Eschenbach.

Die Dienststelle in Auerbach
wurde in den folgenden Jahren
mehrfach personell aufgestockt.
Zu den bisherigen Beamten
kam z.B. noch 1958 Willi Duschner (+2002),
der bis zur Pensionierung 1985
hier seinen Dienst verrichtet.

Dieses "Pensionistenfoto" von 1987 (aus 5) zeigt von links Max Neuß, Franz Schleicher, Hans Feder und Johann Schwemmer, die lange Jahre in Auerbach Dienst taten.

1967 kam Franz Müller
zur Polizei nach Auerbach.
Er war bis zur Pensionierung 2003
Polizist "mit Leib und Seele" - zuletzt PHK -
und sehr engagiert im Kaninchenzuchtverein
und im Stadtverband Auerbach.
Hier in seiner Wahlheimat
verbringt er auch seinen Ruhestand.

Franz Müller hat die von Johann Feder (+2004) angelegte Chronik (5) der Auerbacher Polizei sachkundig weiter geführt.

Als 1969 Karl Kiermeier
in den wohlverdienten Ruhestand ging,
wurde neuer Chef
der Nebenstelle Auerbach
Konrad Riß,
bisher im Präsidium München.
Riß wechselte 1977 nach Amberg,
wo er 1987 verstarb.

Landkreisgebietsreform in Bayern
Die Landkreisgebietsreform von 1972 (aus bisher 143 Landkreisen wurden nur noch 71) zeigte auch in Auerbach ihre Wirkung.

Gehörte die Stadt Auerbach bisher
zum Landkreis Eschenbach (ESB),
so wurde sie zum 1. Juli 1972
nach dessen Auflösung in den  neuen
Landkreis Amberg-Sulzbach (AS)
eingegliedert.

Da in den Jahren zuvor die meisten der früheren Stadtpolizeien aufgelöst und in die Bayerische Landpolizei überführt worden waren, wurde letztere 1972 in Landespolizei umbenannt. Als letzte Kommune verlor 1975 die Landeshauptstadt München ihre Stadtpolizei.

"In der Bayerischen Landespolizei
waren Ende 1975 rund 25.800 Beamte  beschäftigt.
Frauen in Uniform
gibt es in der bayerischen Polizei
allerdings erst seit 1990." (4)

Selbständige Polizeistation und Umzug
Die angesprochene Landkreisgebietsreform hatte auch Folgen für die Struktur der Polizei. So sollte
zum 1. August 1973 die bisherige Nebenstelle Auerbach der Landespolizeiinspektion Eschenbach in eine eigene Station umgewandelt werden. Da gleichzeitig der Personalstand von bisher 15 auf nunmehr 25 Beamte aufgestockt wurde, musste man sich nach größeren Räumlichkeiten umsehen. Auch der Neubau eines Polizeigebäudes in Auerbach wurde erwogen.

Zum 1. Juli 1973 wurde das Amtsgericht Auerbach aufgelöst bzw. nach Amberg eingegliedert. Nach längeren Verhandlungen und einigen Umbaumaßnahmen konnte schließlich die Auerbacher Polizei aus den beengten Raumverhältnissen im Rathaus in ihr neues Domizil, das ehemalige Gebäude des Amtsgerichts, umziehen.

Seit September 1973 ist die 
Landespolizeistation Auerbach
im ehemaligen Amtsgericht
(Oberer Torplatz 7)
untergebracht. Das Raumproblem
im Rathaus war dadurch
schlagartig gelöst.

Das ehemalige Amtsgericht
(HNr 298; Foto von 1912)
wurde ab 1902 als
"Königl. Bay. Amtsgericht"
vom Staat erbaut und
im Jahre 1904 bezogen.
Das Amtsgericht Auerbach
war 1862 entstanden, als das
seit 1373 (mit Unterbrechung
von 1804-1842) bestehende
Landgericht Auerbach
aufgelöst wurde.

Nach dem Weggang
von PHK Konrad Riß 1977
übernahm POK Siegfried Hermann
die Leitung der Auerbacher Polizeistation.

Eine der ersten Aufgaben des neuen "Chefs" war es, den Personenschutz für Loki Schmidt zu organisieren, als die Gattin des damaligen Bundeskanzlers 1977 den Botanischen Lehrpfad im benachbarten Königstein eröffnete. (Foto aus 7)

1978 bekamen
die Auerbacher Polizisten
einen vierbeinigen Kollegen:
"Cibo von der Bärenpratze"
nahm unter Führung
seines "Herrchens"
PM Rudolf Grünberger
seine Ausbildung als Schutzhund
und dann den Dienst auf. (aus 5)

Ein Teil der Beamten der Auerbacher Polizei um 1978. (aus 5)

Polizisten müssen logischerweise
in guter körperlicher Verfassung sein;
regelmäßiger Sport
ist deshalb dienstlich vorgesehen.

Dieses Foto (aus 5) zeigt Beamte der Inspektion Auerbach, die 1979 das Sportabzeichen abgelegt haben, zusammen mit PD Fritz Huber von der damaligen Polizeidirektion Amberg.

Zum 1. November 1987
wurde PHK Siegfried Herrmann,
seit 20 Jahren in Auerbach
und seit 10 Jahren Leiter der Inspektion,
in den Führungsstab im
Polizeipräsidium Niederbayern/Oberpfalz
nach Regensburg versetzt.

Seine Dienststelle war zunächst in Wackersdorf, wo er Leiter des dort neu gebildeten Führungsstabes "Wiederaufbereitungsanlage" wurde.
Da Auerbach zu dieser Zeit "Bewährungsinspektion für die gehobene Laufbahn" war, wurde PHK Rüdiger Schrehardt aus Amberg für sechs Monate Inspektionsleiter.

Zum 1. Mai 1988
wurde PHK Johann Meier
neuer Chef der Inspektion Auerbach.
der gebürtige Hirschauer war zuvor
stellvertretender Leiter in Pegnitz,
wo er auch mit seiner Familie wohnte.

Meier ging im Februar 1995 in den wohlverdienten Ruhestand, den er in der Nachbarstadt bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahre 2010 verbrachte.

Auf Johann Meier folgte als Inspektionsleiter
PHK Reiner Striegl aus Eschenbach.
Als junger Beamter brachte er
zum 1. März 1995 viel Schwung in sein Amt mit,
das er 12 Jahre innehatte.
1. PHK Striegl wurde 2007 Inspektionsleiter
in seiner Heimatstadt Eschenbach.

Nachfolger von Striegl
als Leiter der Inspektion Auerbach
wurde PHK Karlheinz Escher.
Er war vorher in Pegnitz
und ist zugleich 1. Bürgermeister
der Marktgemeinde Plech.

  

Für weitere Informationen in Wort und Bild
über die Polizei in Auerbach
bin ich sehr dankbar.

verwendete Quellen

1 Wentz, Uwe Volker, Die Entwicklung des Polizeibegriffs vom Mittelalter bis zum Nationalsozialismus, St. Augustin, ohne Jahr
2 Deutschland und seine Polizeigeschichte, in Festschrift 50 Jahre Deutsche Polizeigewerkschaft im DBB, Berlin 2001
3 Schnelbögl, Fritz, Auerbach in der Oberpfalz - Aus der Geschichte der Stadt und ihres Umlandes, Auerbach 1978
4 http://www.polizei.bayern.de/wir/geschichte/index.html/23005
5 Feder, Johann und Müller, Franz, Auerbach und seine Polizei, unveröffentlichter Ordner, Stadtarchiv Auerbach
6 Grüner, Brigitte, 70 Stunden-Woche und sieben Tage Urlaub im Jahr, in NK vom 21.3.1988
7 Archiv Franz Müller, Auerbach
8 Wittmann, Johann, PHM i.R., Geschichtliche Aufzeichnung der Polizei in Auerbach Stadt u. Land, unveröffentlichter Artikel
9 Kugler, Hans-Jürgen, Auerbach in der Oberpfalz, Geschichte der Häuser und ihrer Familien, Band 1, Auerbach 2008
10 Archiv Gabi Eckert, Zwiesel

Giuseppe Verdi (1813-1901)
Gefangenenchor aus Nabucco

letzte Bearbeitung dieses Artikels am 12. Januar 2014

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