Auerbach
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Auerbach
einst und jetzt

Das Wappen der Stadt Auerbach
und insbesondere  der darin enthaltene Ur
ist schon seit 1409 durch alte Siegel nachweisbar.
Seine Beschreibung lautet: "In Gold
auf grünem Dreiberg schreitend
ein golden bewehrter schwarzer Auerochse,
der an einem roten Riemen
einen gevierten Schild um den Hals trägt;
darin 1 und 4 in Schwarz ein rot gekrönter
und rot bewehrter goldener Löwe,
in 2 und 3 die bayerischen Rauten."
(Basisdaten von Auerbach; Website der Stadt)

Wie zahlreiche Funde (z.B. Keltengräber bei Ortlesbrunn) aus verschiedenen erdgeschichtlichen Epochen wie Stein-, Bronze-, Urnenfelder- und Eisenzeit belegen, siedelten schon sehr früh Menschen in unserer Gegend. Große Anziehungskraft übte dabei sicher das in und um Auerbach anzutreffende Eisenerz aus, das abgebaut und in zahlreichen Hammerwerken verarbeitet wurde.
Als Bischof Otto der Heilige von Bamberg anno 1119 das Benediktinerkloster Michelfeld gründete, übergab er diesem fast alle Orte der Gegend, darunter auch „Urbach“, das Dorf am Bach, an dem der Ur oder Auerochs häufig anzutreffen war. Da den frommen Abt und seine Mönche der bald um das Kloster entstandene Markt störte, ließen sie durch Bischof und Kaiser diesen 1144 von Michelfeld nach Auerbach verlegen. Im gleichen Jahr wurde Auerbach seelsorgerisch von der Mutterkirche Velden losgelöst und hier eine eigenständige Pfarrei gegründet. Der hl. Jakobus war erster und ursprünglicher Kirchenpatron; knapp 200 Jahre später wurde St. Johannes der Täufer neuer Patron der Pfarrei Auerbach.
Mit der Umsiedlung der Michelfelder wurden um die Kirche etwa 120 Häuser errichtet. So entstand der Grundriss von Au­erbach, wie er sich heute noch fast unverändert in der Altstadt zeigt.
Im 12. und besonders im 13. Jahrhundert entwickelten sich Erz- und Eisengewinnung sehr günstig. Zugleich und deswegen wurden enge Geschäftsbezie­hungen zu den damaligen Handelsmetropolen geknüpft und weiter ausgebaut. Vor allem Nürnberger Patrizierfamilien sind dabei zu nen­nen, die teilweise sogar hierher übersiedelten.
Aus Dankbarkeit für geleistete Waffenhilfe erhob Ludwig der Bayer wohl 1314 Auerbach zur Stadt.

Auf dieser Ansicht der Stadt Auerbach um 1900 ist z.B. der obere Teil des unter Kaiser Karl IV. in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts angelegte große Stadtweiher sehr schön zu sehen. In den ersten Jahren nach Ende des zweiten Weltkriegs (1945) wurde damit begonnen, diesen Teil des Stadtweihers aufzufüllen; die "Weiherstraße" entlang dem heutigen Park und Spielplatz erinnert daran.
Auch die uralten Behälterweiher, die etwa 1955 verfüllt wurden, sind zu sehen. Von der mittelalterlichen Befestigungsanlage ist leider fast nichts mehr erhalten geblieben.

Eine sehr große Bedeutung gewann die Stadt im 14. Jahrhundert wäh­rend der „Neuböhmischen Zeit“ unter Kaiser Karl IV. und seinem Sohn König Wenzel. 1373 wurde Auerbach sogar die Hauptstadt dieses Territoriums mit eigenem Landgericht, welches mit kurzer Unterbre­chung bis 1862 bestand. Karl IV. ließ u. a. den großen Stadtweiher anlegen und das leider nicht mehr erhaltene Schloss errichten. Un­ter König Wenzel bestand eine eigene Münzwerkstätte in Auerbach, die allerdings nur wenige Jahre prägte. Auch das Bürgerspital und die benachbarte Spitalkirche St. Katharina stammen aus dieser Zeit.
Nach der Absetzung von König Wenzel eroberte am 23. September 1400 Ruprecht von der Pfalz das durch Brand schon schwer beschädigte Auerbach.

König Ruprecht
gewährte den Auerbachern
Steuerfreiheit zum Wiederaufbau der Stadt,
und genehmigte 1418 den Bau
des Rathauses auf seinem heutigen Platz.

Wenige Jahre später, 1430, verwüsteten die Hussiten den Ort nahezu vollständig. Die Bewohner hatten sich größtenteils durch die unterirdischen Fluchtstollen in Sicherheit gebracht. Lange Jahre des Wiederaufbaus folgten.

Heinrich Stromer,
später u. a. Rektor der Universität Leipzig,
kam in diesen schweren Jahren
in unserem Auerbach zur Welt.
Dr. Stromer ist der Begründer
des weltbekannten Weinlokals „Auerbachs Keller“
in Leipzig. Durch Goethes Drama „Faust“
hat der Namen unserer Stadt
auch Eingang in die Weltliteratur erlangt.

Während der Reformationszeit im 16./17. Jahrhundert war die Stadt nahezu 100 Jahre luthe­risch oder kalvinisch, je nachdem welches Bekenntnis der jewei­lige Landesherr hatte (cuius regio, eius religio). Als Kurfürst  Maximilian I. von Bayern 1628 die Oberpfalz erhielt, mussten die Menschen wieder katholisch werden – oder auswandern. Heute gehören über 90 % der Auerbacher Einwohner diesem Bekenntnis und der Erzdiözese Bamberg an. Die evangelisch-lutherische Gemeinde entstand erst nach dem 2. Weltkrieg vor allem durch den Zugang der zahlreichen Heimatvertriebenen.
Wie über die meisten Orte unserer Gegend brachte der „Dreißigjährige Krieg“ (1618-48) auch über Auerbach großes Unheil und große Not. Bayerische, kaiserliche und schwedische Truppen wechselten sich in der Belagerung, in der Einnahme, in der Plünderung und Brandschatzung sowie in der Verwüstung der Stadt und ihres Umlandes ab. Pestepidemien und andere Seuchen taten ein Übriges.

Im Österreichischen Erbfolgekrieg
fand im Mai 1703
beim nahe gelegenen  Krottensee
eine größere Schlacht statt,
in deren Verlauf gefallene Soldaten
in das sog. Windloch der heute weithin
bekannten Tropfsteinhöhle Maximiliansgrotte
geworfen wurden.

Im 19. Jahrhundert vernichteten mehrere Brände große Gebiete der Innenstadt. Durch den Wiederaufbau verlor Auerbach zum Teil sein mittelalterliches Aussehen.
Die Eisenwerksgesellschaft Maximilianshütte, kurz Maxhütte genannt, betrieb fast ein Jahrhundert lang von 1878 bis 1987 hier in Auerbach Bergwerke; die Türme der vorletzten (1904-78) und erfolgreichsten Grube Maffei im Ortsteil Nitzlbuch bleiben als Industriedenkmal für spätere Generationen erhalten.

Nicht zuletzt auf auf Drängen der Maxhütte wegen des Erztransports  wurde eine Lokalbahnstrecke von Auerbach nach Ranna erbaut und am 16.12.1903 in Betrieb genommen. Im Februar 1970 verkehrte hier leider der letzte fahrplanmäßige Zug. Der letzte "Sonderzug" beförderte am 23. Mai 1982 etwa 700 Pilger von Auerbach nach Altötting und zurück. Die Auerbacher Eisenbahnära währte knapp acht Jahrzehnte.  Der "Auerbacher Bockl" (Foto oben rechts) ging in den Ruhestand. Die Stadt Auerbach erwarb das gesamte Bahngelände, sanierte das Stationsgebäude (Foto oben Mitte) und richtete kurz vor der Jahrtausendwende im ehemaligen Lokführerhaus und im dazugehörigen Lokschuppen den Jugendtreff "Lo(c)kschuppen" ein.
In den Jahren 1936-39 wurde der seit 1907 bestehende Truppenübungsplatz Grafenwöhr auf rund 24.000 ha erweitert. Durch diese Maßnahme verlor Auerbach einen Teil seines Hinterlandes, einst blühende Orte wie z.B. Ebersberg, Hopfenohe, Pappenberg und Dornbach wurden aufgelöst und deren Bewohner umgesiedelt.

In den Jahren 2004 und 2005
wurde durch umfangreiche Maßnahmen
der Erhalt der Ruine der
"St. Peter und Paul" Kirche
von Hopfenohe gesichert.
Der spätere Auerbacher Pfarrer
Johann Ritter hatte sie 1934
kurz vor der Ablösung des Ortes
grundlegend sanieren lassen.
(Foto 2009)

Nach dem II. Weltkrieg kamen zahlreiche Heimatvertriebene hierher und sorgten mit dafür, dass es wieder aufwärts ging; im Flüchtlingslager Bernreuth fanden viele eine zumindest vorläufige Bleibe. Auerbach übernahm schon 1956 die Patenschaft über die Bewohner der ehemaligen sudetendeutschen Bergstadt Schlaggenwald im Egerland.
In der Stadt selber entstanden u. a. ein Schulzentrum mit Grund- und Mittelschule (bis 2010 "Hauptschule") mit weitläufigen Sportanlagen, Kindergärten, Alten- und Pflegeheime, das Mutterhaus der Schulschwestern und deren Realschule, das Kreiskrankenhaus (heute St.-Johannes-Klinik), sowie zahlreiche Sportstätten und ein sehr schönes Freizeitbad. Dies alles gibt dem historisch gewachsenen Ort ein zeitgemäßes Gepräge.
Durch die Schaffung mehrerer Siedlungsgebiete in allen Ortsteilen  hatten und haben Auerbacher und Zuzugswillige die Möglichkeit zum Bau von Eigenheimen, die Ausweisung und Erschließung von Industriegebieten sicherte bestehende und schuf neue Arbeitsplätze, wie z.B. beim größten Arbeitgeber Cherry (seit Nov. 2008 ZF Electronics; NN, SRZ)
Bis 1972 gehörte Auerbach zum Landkreis Eschenbach, seither zu Amberg-Sulzbach; im gleichen Jahr kam die Ortschaft Ranna zur Stadt. Bei der Gebietsreform 1978 wurden die Gemeinden Degelsdorf, Gunzendorf, Michelfeld, Nasnitz, Nitzlbuch und Ranzenthal nach Auerbach eingegliedert. In der Stadt leben heute auf ca. 7.000 ha Fläche etwa 9.000 Menschen.
Neben der schon erwähnten Patenschaft über die ehemaligen Schlaggenwalder Bürger hat Auerbach seit 1963 ein weiteres „Patenkind“, nämlich das Minensuchboot Neptun der Bundesmarine, dessen Nachfolger 1990 in Dienst gestellt wurde und Auerbach/OPf. heißt.

Seit 1985 besteht eine enge Partnerschaft mit der französischen Stadt Laneuveville devant Nancy.
Bei der 20-Jahrfeier im Oktober 2005 wurde der neu gestaltete ehemalige Schwemmweiher in Place de Laneuveville umbenannt.

1997 beschloss der Auerbacher Stadtrat auf Bitten der polnischen Gemeinde Oświęcim, wie der unter den Nazis im sog. 3. Reich "Auschwitz" genannte Ort heute wieder heißt, offiziell „eine freundschaftliche Zusammenarbeit“ zwischen beiden Städten. Eines der Ergebnisse daraus ist der Schülerautausch der hiesigen Mittelschule mit zwei Gymnasien in Oświęcim.
Im sozio-kulturellen Bereich sind es vor allem die über 70 Vereine, Verbände und sonstigen Organisationen, die mit einer breiten Palette von Angeboten in allen Ortsteilen jüngeren und älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern Ausgleich zur Alltagsbeschäftigung ermöglichen. So gibt es allein sieben Sportvereine und Tennisclubs, einen Versehrtensportverein, fünf Schützenvereine, einen Ski-, einen Motorsport- und zwei Reitclubs, um ein paar Beispiele für den sportlichen Sektor zu geben. Einige starke Musikkapellen und mehrere Chöre und Gesangsgruppen im weltlichen und im kirchlichen Raum mögen stellvertretend für den musischen Bereich stehen.

Die größte Musikgruppe ist die 1959 gegründete Knabenkapelle, die älteste und traditionsreichste die seit 1902 bestehende Bergknappenkapelle. Während "die Speckbachtaler" noch bestehen, existieren der Spielmannszug der Kolpingsfamilie und die Schützenkapelle (s. Foto) leider nur mehr in der Erinnerung.

Nicht unerwähnt bleiben sollen im kulturellen Sektor auch der Theaterverein, der Heimat- und Volkstrachtenverein und der Förderverein Maffeispiele.
Von den Traditionsvereinen seien der Bergknappenverein, die Soldaten- und Kriegerkameradschaften und der Kanonierverein Weidlwang genannt. Acht freiwillige Feuerwehren, ASB, BRK und Wasserwacht helfen, wann immer Not am Mann ist. In mehreren Vereinen wird das Hobby der Tierzucht gepflegt. Sehr rührig sind auch die Sportangler, die Faschingsgesellschaft Stadtgarde, die Naturfreunde, die Kolpingsfamilie und die Verkehrswacht. Zu Interessenverbänden zusammengeschlossen haben sich z.B. die Haus- und Grundbesitzer, die Kriegsopfer, die Ruhestandsbeamten, die Gewerbetreibenden, die Jäger und die sudetendeutschen Heimatvertriebenen. Alle Gruppierungen hier aufzuführen würde sicher den vorgegebenen Rahmen sprengen. Die meisten der Auerbacher Vereine, Verbände und sonstigen Organisationen aus allen Ortsteilen haben sich 1978 im Stadtverband zusammengeschlossen, der u. a. größere Veranstaltungen wie das alle zwei Jahre stattfindende Bürgerfest organisiert, und seit Januar 1979 monatlich im Auftrag der Stadt den „Auerbacher Stadtanzeiger“ herausgibt.

Zu den Sehenswürdigkeiten Auerbachs gehören u. a.
die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer
mit dem wohl weltweit einzigartigen Eisenerzaltar,
die renovierte Friedhofskirche St. Helena,
die Spitalkirche St. Katharina in der Unteren Vorstadt
und der Sitzungssaal im Rathaus.

Im Ortsteil Michelfeld sind besonders bemerkenswert die Friedhofskirche St. Leonhard, die von den Geschwistern Asam ausgestaltete Pfarrkirche St. Johannes der Evangelist und die gesamte weiträumige Klosteranlage, in der heute von der Regens-Wagner-Einrichtung alte und behinderte Mitmenschen gepflegt werden.
Auerbach kann mit Recht „Stadt im Grünen“ bezeichnet werden, denn über 90 % des Gemeindegebietes sind Wälder, Felder und Wiesen. Mehrere gut ausgebaute und ausgeschilderte Fuß- und Radwanderwege (z.B. Bürgerwald, Mühlenweg, Erzweg) ermöglichen Touren in die nähere und weitere Umgebung, Wirtshäuser inmitten der Naturlandschaft wie Rußhütte, Hohe Tanne, Sackdilling, Grottenhof oder Steinamwasser laden zu Rast und Brotzeit ein.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das vor wenigen Jahren geschaffene Naturschutzgebiet Leonie, in dem u. a. Auerochsen angesiedelt wurden, die vor Jahrhunderten der Stadt den Namen gaben.
Seit September 2007 steht ein überlebensgroßer Ur aus Bronze auf dem Unteren Markt der Stadt Auerbach.

Für ´s Familienalbum:
das obligatorische
"Gruppenbild mit Auerochs"
bei der Übergabe
Ende September 2007.
(Quelle)

Der Brunnen auf dem
oberen Marktplatz
stammt vom gleichen Künstler
und wurde im September 2009
eingeweiht.

Die Altstadtsanierung ist inzwischen weit fortgeschritten. Schlosshof, Oberer Marktplatz und Unterer Markt, sowie die Pfarrstraße sind fertig. Im November 2013 konnte auch die Dr.-Heinrich-Stromer-Straße (NN) wieder frei gegeben werden. In den kommenden Jahren sind u.a. noch die Kirchstraße und das Rathaus (NN) "dran".

Die 700-Jahrfeier der Stadterhebung wurde verteilt über das ganze Jahr 2014 begangen.

Im Juni 2012 eröffnete die Stadt Auerbach gleich zwei Museen:

das Museum 34 im renovierten Burgerhaus - heute Bürgerhaus - ist ein nicht alltägliches Heimatmuseum

das Lodes-Museum im 1. und 2. Stockwerk der Alten Münze im Schlosshof zeigt Gemälde und Grafiken des aus Auerbach stammenden Künstlers Rudolf Lodes

letzte Bearbeitung dieses Artikels am 4. Januar 2015

Scarborough Fair (englisches Volkslied)

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