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Das Wappen
Der
Auerochse steht für den ersten Teil des Ortsnamens; der gevierte Schild zeigt
das wittelsbachische Herzogswappen, das gemeinsame Wappen der altbayerischen und
kurpfälzischen Linien des Hauses, und verweist auf die Zugehörigkeit zur
Oberpfalz und zu Bayern. Das Bild im Wappen basiert auf den zwei ältesten Siegel
von etwa 1401 und 1472 und wurde 1963 wieder angenommen, nachdem seit 1819 ein
anderes Wappen in Gebrauch war: Ein gevierter Schild enthielt in 1 und 4 einen
silbernen Schrägwellenbalken in Grün, in 2 und 3 die Vierung Silber/Blau.
Auerbachs Weg durch die Geschichte
Wie zahlreiche Funde (z.B. Keltengräber
bei Ortlesbrunn) aus
verschiedenen erdgeschichtlichen Epochen
wie Stein-, Bronze-, Urnenfelder-
und Eisenzeit belegen, siedelten schon sehr früh Menschen in unserer Gegend.
Große Anziehungskraft übte dabei sicher das in und um Auerbach anzutreffende
Eisenerz aus, das abgebaut und in zahlreichen Hammerwerken
verarbeitet wurde.
Aus Dankbarkeit
Seit dem Hausvertrag von Pavia (1329) gibt es zwei Linien des Hauses
Wittelsbach, die bayerische und die pfälzische. Die Oberpfalz und damit auch
Auerbach gehörte fortan den pfälzischen Wittelsbachern, und kam erst im Jahre
1628 wieder zurück zu Bayern.
Auf
dieser Ansicht der Stadt Auerbach um 1900 ist z.B. der obere Teil des unter
Kaiser Karl IV. in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts angelegte große
Stadtweiher sehr schön zu sehen. In den ersten Jahren nach Ende des zweiten
Weltkriegs (1945) wurde damit begonnen, diesen Teil des Stadtweihers
aufzufüllen; die "Weiherstraße" entlang dem heutigen Park und
Spielplatz erinnert daran.
Eine sehr große Bedeutung gewann die Stadt im 14. Jahrhundert während der
„Neuböhmischen Zeit“ unter Kaiser Karl IV. und seinem Sohn König
Wenzel.
1373 wurde Auerbach sogar die Hauptstadt dieses Territoriums mit eigenem Landgericht, welches mit kurzer Unterbrechung bis 1862 bestand. Karl IV. ließ
u. a. den großen Stadtweiher anlegen und das leider nicht mehr erhaltene Schloss
errichten. Unter König Wenzel bestand eine eigene Münzwerkstätte in
Auerbach, die allerdings nur wenige Jahre prägte. Auch das Bürgerspital
und die benachbarte Spitalkirche St. Katharina
stammen aus dieser Zeit.
Wenige Jahre später, 1430, verwüsteten die Hussiten den Ort nahezu vollständig. Die Bewohner hatten sich größtenteils durch die unterirdischen Fluchtstollen in Sicherheit gebracht. Lange Jahre des Wiederaufbaus folgten.
Während der Reformationszeit
im 16./17. Jahrhundert war die Stadt nahezu 100 Jahre lutherisch oder
kalvinisch, je nachdem welches Bekenntnis der jeweilige Landesherr hatte (cuius
regio, eius religio). Als Kurfürst Maximilian I. von Bayern 1628 die Oberpfalz
erhielt, mussten die Menschen wieder katholisch werden – oder auswandern.
Heute gehören über 90 % der Auerbacher Einwohner diesem Bekenntnis und der
Erzdiözese Bamberg
an. Die evangelisch-lutherische Gemeinde entstand
erst nach dem 2. Weltkrieg vor allem durch den Zugang der zahlreichen
Heimatvertriebenen.
Im 19. Jahrhundert vernichteten mehrere Brände große Gebiete der Innenstadt. Durch den Wiederaufbau verlor Auerbach zum Teil sein mittelalterliches Aussehen.
Die Eisenwerksgesellschaft Maximilianshütte, kurz Maxhütte genannt, betrieb fast ein Jahrhundert lang von 1878 bis 1987 hier in Auerbach Bergwerke; die Türme der vorletzten (1904-78) und erfolgreichsten Grube Maffei im Ortsteil Nitzlbuch bleiben als Industriedenkmal für spätere Generationen erhalten.
Nicht zuletzt auf auf Drängen der Maxhütte wegen des Erztransports wurde eine Lokalbahnstrecke von Auerbach nach Ranna erbaut und am 16.12.1903 in Betrieb genommen. Im Februar 1970 verkehrte hier leider der letzte fahrplanmäßige Zug. Der letzte "Sonderzug" beförderte am 23. Mai 1982 etwa 700 Pilger von Auerbach nach Altötting und zurück. Die Auerbacher Eisenbahnära währte knapp acht Jahrzehnte. Der "Auerbacher Bockl" (Foto oben rechts) ging in den Ruhestand. Die Stadt Auerbach erwarb das gesamte Bahngelände, sanierte das Stationsgebäude (Foto oben Mitte) und richtete kurz vor der Jahrtausendwende im ehemaligen Lokführerhaus und im dazugehörigen Lokschuppen den Jugendtreff "Lo(c)kschuppen" ein
.In den Jahren 1936-39 wurde der seit 1907 bestehende Truppenübungsplatz Grafenwöhr auf rund 24.000 ha erweitert. Durch diese Maßnahme verlor Auerbach einen Teil seines Hinterlandes, einst blühende Orte wie z.B. Ebersberg, Hopfenohe, Pappenberg und Dornbach wurden aufgelöst und deren Bewohner umgesiedelt.
Nach dem II. Weltkrieg kamen zahlreiche Heimatvertriebene hierher und sorgten mit dafür, dass es wieder aufwärts ging; im Flüchtlingslager Bernreuth fanden viele eine zumindest vorläufige Bleibe. Auerbach übernahm schon 1956 die Patenschaft über die Bewohner der ehemaligen sudetendeutschen Bergstadt Schlaggenwald im Egerland.
In der Stadt selber entstanden u. a. ein Schulzentrum mit Grund- und
Mittelschule (bis 2010
"Hauptschule")
mit weitläufigen
Sportanlagen, Kindergärten, Alten- und Pflegeheime, das Mutterhaus der Schulschwestern
und deren Realschule, das Kreiskrankenhaus (heute
St.-Johannes-Klinik), sowie
zahlreiche Sportstätten und ein sehr schönes Freizeitbad. Dies alles gibt dem
historisch gewachsenen Ort ein zeitgemäßes Gepräge.
Bis 1972 gehörte Auerbach zum Landkreis Eschenbach, seither zu Amberg-Sulzbach; im gleichen Jahr kam die Ortschaft Ranna zur Stadt. Bei der Gebietsreform 1978 wurden die Gemeinden Degelsdorf, Gunzendorf, Michelfeld, Nasnitz, Nitzlbuch und Ranzenthal nach Auerbach eingegliedert. In der Stadt leben heute auf ca. 7.000 ha Fläche etwa 9.000 Menschen.
Neben der schon erwähnten Patenschaft über die ehemaligen Schlaggenwalder Bürger
hatte Auerbach seit 1963 ein weiteres „Patenkind“, nämlich das Minensuchboot
Neptun der Bundesmarine, dessen Nachfolger 1990 in Dienst gestellt wurde und Auerbach/OPf. hieß.
Im Oktober 2026 wurde in Auerbach 40 Jahre Städtepartnerschaft mit Laneuveville devant Nancy gefeiert. (pdf)
1997 beschloss der Auerbacher Stadtrat auf Bitten der polnischen Gemeinde Oświęcim, wie der unter den Nazis im sog. 3. Reich "Auschwitz" genannte Ort heute wieder heißt, offiziell „eine freundschaftliche Zusammenarbeit“ zwischen beiden Städten. Eines der Ergebnisse daraus ist der Schülerautausch der hiesigen Mittelschule mit zwei Gymnasien in Oświęcim.
Im sozio-kulturellen Bereich sind es vor allem die über 70 Vereine, Verbände und sonstigen Organisationen, die mit einer breiten Palette von Angeboten in allen Ortsteilen jüngeren und älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern Ausgleich zur Alltagsbeschäftigung ermöglichen. So gibt es allein sieben Sportvereine und Tennisclubs, einen Versehrtensportverein, fünf Schützenvereine, einen Ski-, einen Motorsport- und zwei Reitclubs, um ein paar Beispiele für den sportlichen Sektor zu geben. Einige starke Musikkapellen und mehrere Chöre und Gesangsgruppen im weltlichen und im kirchlichen Raum mögen stellvertretend für den musischen Bereich stehen.
Die größte Musikgruppe ist die 1959 gegründete Knabenkapelle, die älteste und traditionsreichste die seit 1902 bestehende Bergknappenkapelle. Leider hat sich die Bergknappenkapelle Auerbach ein paar Jahre nach dem Ende des Bergbaus (1987) aufgelöst! Auch die Speckbachtaler bestehen nicht mehr. Der Spielmannszug der Kolpingsfamilie und die Schützenkapelle (s. Foto) existieren leider nur mehr in der Erinnerung. Dafür gibt es einige neue Musikgruppen. Nicht unerwähnt bleiben sollen im
kulturellen Sektor auch der Theaterverein, der Heimat- und Volkstrachtenverein
und der Förderverein Maffeispiele.
Im Ortsteil Michelfeld sind besonders bemerkenswert die Friedhofskirche St. Leonhard, die von den Geschwistern Asam ausgestaltete Pfarrkirche St. Johannes der Evangelist und die gesamte weiträumige Klosteranlage, in der heute von der Regens-Wagner-Einrichtung alte und behinderte Mitmenschen gepflegt werden.
Auerbach kann mit Recht „Stadt im Grünen“ bezeichnet werden, denn über 90 % des Gemeindegebietes sind Wälder, Felder und Wiesen. Mehrere gut ausgebaute und ausgeschilderte Fuß- und Radwanderwege (z.B. Bürgerwald, Mühlenweg, Erzweg) ermöglichen Touren in die nähere und weitere Umgebung, Wirtshäuser inmitten der Naturlandschaft wie Rußhütte, Hohe Tanne, Sackdilling, Grottenhof oder Steinamwasser laden bzw. luden zu Rast und Brotzeit ein.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das vor wenigen Jahren
geschaffene Naturschutzgebiet Leonie, in dem u. a. Auerochsen angesiedelt wurden,
die vor Jahrhunderten der Stadt den Namen gaben.
Die Altstadtsanierung ist inzwischen weit fortgeschritten. Schlosshof, Oberer Marktplatz und Unterer Markt, sowie die Pfarrstraße sind längst fertig. Im November 2013 konnte die Dr.-Heinrich-Stromer-Straße wieder frei gegeben werden. Das Rathaus war 2017-2019 "dran".
Im Juni 2012 eröffnete die Stadt Auerbach gleich zwei Museen:
Die 700-Jahrfeier der Stadterhebung wurde verteilt über das ganze Jahr 2014 begangen.
Bei der Kommunalwahl im Frühjahr 2026 wurde in einer Stichwahl mit Birgit Barth erstmals in der Geschichte unserer Stadt eine Frau zur 1. Bürgermeisterin gewählt.
1. Bürgermeisterin und alle Mitglieder des Stadtrats ab 1. Mai 2026
letzte Bearbeitung dieses Artikels am 12. Juli 2026
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